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An das Danach denken

In der Corona-Krise können vor allem Freiberufler Unternehmen helfen. Diese sind an Flexibilität und agiles Arbeiten gewöhnt.
Von Vincent Huguet, Unternehmer

In Deutschland gibt es 1,3 Millionen Freiberufler. Diese unabhängigen Solo-Selbstständigen arbeiten in unseren Unternehmen als IT-Entwickler, Projektleiter und Marketingmanager. Nicht selten sind sie dabei Dreh- und Angelpunkt der Digitalisierung von Unternehmen.

Nach den ersten Wochen in Quarantäne stehen viele Freiberufler nun vor der Frage, inwieweit ihre Projektlage durch die Krise beeinträchtigt wird. Ein Rückgang der Aufträge ist keine überraschende Entwicklung, wenn man bedenkt, wie unsicher die kommenden Monate aussehen. Die Regierung hat jedoch starke Maßnahmen zur Sicherung von Unternehmen und Arbeitsplätzen ergriffen bis hin zur Einrichtung eines Wirtschaftsstabilisierungsfonds. Diese staatlichen Beihilfen müssen über die Unternehmen an die kleinsten Akteure weitergeleitet werden. Kurzfristig ist das eine Verantwortung. Langfristig ist es eine Gelegenheit, sich für den kommenden Aufschwung zu transformieren.

Freiberufler sind Fachleute, die an Flexibilität und agiles Arbeiten gewöhnt sind – weit mehr als viele festangestellte Mitarbeiter. Während sich Angestellte erst noch an das mobile Arbeiten in großem Umfang anpassen müssen, bringen erfahrene Freiberufler das gesammelte Wissen aus diversen Projekten mit. Sie haben neue Arbeitsmethoden im Start-up gelernt, Prozessoptimierungen im DAX-Konzern begleitet und bereits länderübergreifend Teams für unabhängige Projekte koordiniert. Dieses Wissen tragen sie weiter von Unternehmen zu Unternehmen und treiben so Innovation voran. Dabei sie arbeiten eng mit dem Team zusammen und übertragen ihr Wissen dabei auf die Mitarbeiter. Damit stoßen sie oft Veränderungsprozesse an, die noch nach einem Projekt intern weiterleben. Veränderung ist ihre Spezialität. Genau darum brauchen sie Unternehmen gerade mehr denn je.

„Krise“ auf Altgriechisch ist die Zeit für Entscheidungen. Werden wir die Zeit nutzen, um uns endlich zu transformieren? Ein Nein wäre enttäuschend, denn eine bessere Gelegenheit wird es nicht mehr geben. Ich bin mir sicher: Unternehmen, die Remote Work und Agilität – zwei Säulen der digitalen Kultur – jetzt zu ihrem Vorteil einsetzen, werden gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. Freelancer werden ihnen dabei helfen.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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