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Extremismus

Antisemitismus auf dem Vormarsch

Das Engagement gegen Antisemitismus hat höchste Priorität, sagt der Innenminister. Denn die Zahl der Übergriffe auf Juden ist deutlich gestiegen.

Fordert zum entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus auf: Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich Foto: dpa

Berlin. Der Bundestag hat einen entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus gefordert. Das Parlament sprach sich auf Antrag aller Fraktionen mit Ausnahme der Linkspartei dafür aus, die Auseinandersetzung mit dem Thema an Schulen zu verbessern. Dabei soll das jüdische Leben heute eine größere Rolle spielen. „Werte wie Toleranz und Demokratie fallen nicht vom Himmel“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Christoph Bergner (CDU). „Jüdisches Leben und jüdische Kultur gehören zu Deutschland“, betonte die SPD-Abgeordnete Gabriele Fograscher.

Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sagte bei einer Konferenz zur „Sicherheit jüdischer Einrichtungen“ in Berlin, der Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und Intoleranz habe „absolute Priorität“. „Der Kampf gegen Antisemitismus ist ein Kampf für die demokratische Zivilgesellschaft und deswegen unser aller Anliegen.“

10,6 Prozent mehr antisemitische Straftaten

Der Bundestag forderte auch, Programme des Bundesfreiwilligendienstes auf die Unterstützung von Holocaust-Überlebenden auszuweiten. Zudem soll die Bundesregierung einen neuen Bericht zum Antisemitismus in Deutschland anstoßen.

Die Zahl der antisemitischen Straftaten ist im vergangenen Jahr um 10,6 Prozent auf 1286 Fälle gestiegen. Die Behörden registrierten 36 antisemitische Gewalttaten, ein Drittel mehr als 2011. Für Aufsehen sorgte der Angriff auf den Berliner Rabbi Daniel Alter.

Deutschland im Fadenkreuz des Terrorismus

„Jüdisches Leben ist Gott sei Dank wieder Bestandteil unseres Alltags geworden“, sagte Minister Friedrich. Da Deutschland aber weiterhin „im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus“ stehe, seien auch Kindergärten, Schulen und Synagogen der jüdischen Gemeinden gefährdet und schutzbedürftig. (dpa)

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