mz_logo

Politik
Mittwoch, 19. September 2018 31° 1

Kriminalität

Berlin weist russische Diplomaten aus

Wegen des Anschlags auf Ex-Agent Skripal weist Deutschland vier russische Diplomaten aus. Auch andere Staaten ziehen nach.

Die Botschaft der Russischen Föderation in Berlin. Foto: Britta Pedersen
Die Botschaft der Russischen Föderation in Berlin. Foto: Britta Pedersen

Berlin.Die Bundesregierung weist vier russische Diplomaten aus. Dies sei eine Reaktion auf den Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter im englischen Salisbury, berichten die Süddeutsche Zeitung und die Deutsche Presseagentur übereinstimmend. Ein ähnlicher Schritt werde auch von Frankreich und anderen westlichen EU-Staaten erwartet.

Der Schritt werde einerseits mit der Solidarität zu Großbritannien begründet, andererseits mit der fehlenden Kooperation Russlands bei der Aufklärung über Chemiewaffeneinsätze, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Die Diplomaten müssen Deutschland innerhalb von sieben Tagen verlassen. Zugleich wurde betont, die Bundesregierung bleibe weiterhin zum Dialog mit Russland bereit.

Russland steht unter starkem Verdacht

Soldaten trugen Schutzanzüge während der Ermittlungen zur Vergiftung des Ex-Doppelagent Skripal und dessen Tochter. Diese waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in Salisbury entdeckt worden. Foto: dpa
Soldaten trugen Schutzanzüge während der Ermittlungen zur Vergiftung des Ex-Doppelagent Skripal und dessen Tochter. Diese waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in Salisbury entdeckt worden. Foto: dpa

Premierministerin Theresa May macht Russland für den Giftanschlag auf Skripal und seine Tochter Julija verantwortlich. Auf dem EU-Gipfel vergangenen Woche in Brüssel hatte May die anderen EU-Staats- und Regierungschefs über den Stand der Ermittlungen informiert. Auch forderte sie die anderen EU-Staaten auf, Maßnahmen gegen Russland zu ergreifen. Zuvor hatte Großbritannien russische Diplomaten ausgewiesen.

Lesen Sie auch: Nach dem Attentat auf den Ex-Spion läuft das Ultimatum Großbritanniens an Russland.

Zum Abschluss des Gipfeltreffens hatten die Staats- und Regierungschefs gemeinsam erklärt, dass Russland sehr wahrscheinlich für den Angriff gegen Skripal verantwortlich sei. Der EU-Botschafter war zu Konsultationen zurückgerufen worden. Dies galt als Zeichen des Protests und der diplomatischen Spannungen. Nach offiziellen Angaben ist es das erste Mal, dass die EU zu dem Mittel greift.

Der russische Botschafter in Berlin, Sergej Netschajew, hatte am Samstag vor Gegenmaßnahmen gewarnt.

14 EU-Staaten weisen russische Diplomaten aus

Viele Staaten ziehen nach

Die USA weisen ebenfalls wegen des Russland zugeschriebenen Giftangriffs auf den ehemaligen Doppelagenten in Großbritannien 60 russische Geheimdienstmitarbeiter aus. Außerdem werde das russische Konsulat in Seattle geschlossen, gab das Weiße Haus am Montag in Washington bekannt.

Insgesamt weisen 14 EU-Staaten russische Diplomaten aus. Das teilte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Montag in der bulgarischen Schwarzmeerstadt Warna mit.(dpa)

Weitere Nachrichten aus der Politik lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht