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Bildung für alle Kinder!

Laut UNESCO haben 263 Millionen Kinder und Jugendliche keine Chance auf Schulbildung. Deutschland tut zu wenig dagegen.
Von Esther Dopheide, Christoffel-Blindenmission

Esther Dopheide leitet den Bereich Presse und Information der Christoffel-Blindenmission (CBM).
Esther Dopheide leitet den Bereich Presse und Information der Christoffel-Blindenmission (CBM).

Was manche Kinder hierzulande als lästige Pflicht empfinden, ist woanders für viele Altersgenossen ein ferner Traum: Laut UNESCO können 263 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit nicht zur Schule gehen. Besonders betroffen sind Kinder mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Rund 90 Prozent von ihnen sind vom Schulbesuch ausgeschlossen. Es fehlt an barrierefreien Gebäuden, an geeignetem Lehrmaterial sowie an Fachkräften. Die Folgen sind gravierend. Und zwar nicht nur für jedes einzelne betroffene Kind, dem ein Leben in Armut und Abhängigkeit droht. Die gesamte Gesellschaft leidet, wenn es an Bildungschancen mangelt und Berufsperspektiven fehlen.

Was macht Deutschland dagegen? Nicht genug. Das Entwicklungsministerium setzt auf die Förderung beruflicher Ausbildung. Aber das hilft wenig, wenn Kinder vorher nie eine Schule besucht haben und ihnen wichtige Schlüsselqualifikationen fehlen. Auch die finanziellen Zusagen reichen nicht aus: In diesem Jahr steuert Deutschland 18 Millionen Euro für die Globale Bildungspartnerschaft bei – der Wirtschaftskraft angemessen wären jedoch 100 Millionen Euro jährlich. Zusätzliche Mittel müssen vor allem in Programme fließen, die der Grundbildung von Menschen mit Behinderungen sowie anderen benachteiligten Gruppen zu Gute kommen. Denn das Recht auf Bildung gilt für alle.

Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt ein Projekt der Christoffel-Blindenmission (CBM) in Madagaskar: An drei Schulen erhalten blinde, seh- oder mehrfach-behinderte Kinder eine fünfjährige Grundbildung. Danach können sie in ein spezielles Berufsbildungsprogramm oder auf weiterführende Regelschulen wechseln. Mit Mitteln des Entwicklungsministeriums wandelt die CBM die drei Schulen jetzt in Kompetenzzentren für inklusive Bildung um. Dazu gehören der Bau und die Ausstattung neuer Klassenzimmer, die Anschaffung von Unterrichtsmaterial sowie Fortbildungen von Lehrern. Die staatliche Förderung dieses Projekts bleibt hoffentlich kein Einzelfall. Inklusive Grundbildung muss dauerhaft einen höheren Stellenwert in der Entwicklungszusammenarbeit erhalten. Nur so erhalten Kinder mit Behinderungen weltweit die Chance auf Bildung und damit auf ein eigenständiges Leben ohne Armut.

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