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Binnenschiffer sind gesucht

Der Ausbildungsberuf ist wenig bekannt – doch er bietet überdurchschnittliche Vergütung und vielfältige Einsatzmöglichkeiten
Von Fabian Spiess, Referent für Binnenschifffahrt

Fabian Spiess ist beim Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) mit Sitz in Duisburg als Referent tätig. Foto: BDB/Spiess
Fabian Spiess ist beim Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) mit Sitz in Duisburg als Referent tätig. Foto: BDB/Spiess

Regensburg.In der Liste der beliebtesten Ausbildungsberufe in Deutschland führt die Ausbildung zum Binnenschiffer / zur Binnenschifferin eher ein Schattendasein. Dabei verdient es das Berufsbild, bei der Suche nach einer geeigneten Ausbildung näher betrachtet zu werden. Die Ausbildung mit IHK-Abschluss dauert in der Regel drei Jahre. Gelernt wird direkt auf einem oder mehreren Binnenschiffen des Ausbildungsbetriebes. Als Schiffsjunge bzw. Schiffsmädchen, wie die Azubis in der Binnenschifffahrt bezeichnet werden, lernt man die praktischen Abläufe an Bord sowie die Reiseplanung kennen und ist schon per Binnenschiff im gesamten Wasserstraßennetz von Rotterdam bis nach Österreich unterwegs.

In jedem Ausbildungsjahr ist ein dreimonatiger Berufsschulblock zu absolvieren. In Deutschland gibt es hierfür zwei spezielle Schulstandorte, nämlich Duisburg und Schönebeck. Besuchen die angehenden Binnenschiffer das Schiffer-Berufskolleg RHEIN in Duisburg-Homberg, werden sie im benachbarten Schulschiff „Rhein“ untergebracht, verpflegt und in Arbeitsgemeinschaften betreut. Am Standort Duisburg steht auch ein Binnenschiffsimulator zur Verfügung, an dem unter realen Bedingungen das Navigieren geübt werden kann.

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Ausgelernte Binnenschiffer, die nach ihrem Abschluss die Bezeichnung „Bootsmann“ tragen, haben exzellente Berufsaussichten. So liegt die Übernahmequote bei fast 100 Prozent. Es gibt vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten, etwa zum Schiffsführer oder zum Erwerb von Patenten für bestimmte Streckenabschnitte. Das Bild, nach dem Binnenschiffer nur auf ihrem Schiff zu Hause sind, ist überholt. Neben dem klassischen Schichtmodell gibt es mittlerweile viele alternative Modelle, die eine bessere Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie ermöglichen. Die Berufsverbände der Binnenschifffahrt überarbeiten mit den Gewerkschaften und den zuständigen Behörden vor dem Hintergrund der Umsetzung einer europäischen Richtlinie derzeit die künftige Ausgestaltung der Ausbildung zum Binnenschiffer in Deutschland.

Eine in der Ausbildung überdurchschnittliche Vergütung, beste Jobaussichten, vielfältige Einsatzmöglichkeiten auf dem Schiff und an Land sowie gute Aufstiegschancen: Der Beruf des Binnenschiffers bietet viele Vorzüge und lohnt einen Blick!

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