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Biotechnologie hat Lösungen

Auch die umstrittene Gentechnik leistet alltäglich einen Beitrag. Wichtig sind vor allem die wissenschaftlichen Fakten.
Dr. Claudia Englbrecht, BIO-Sprecherin

Dr. Claudia Englbrecht ist Managerin für Öffentlichkeitsarbeit bei BIO Deutschland e. V.
Dr. Claudia Englbrecht ist Managerin für Öffentlichkeitsarbeit bei BIO Deutschland e. V.

Als Biotechnologieindustrieverband vertritt BIO Deutschland innovationsgetriebene kleine und mittlere Unternehmen, die Biotechnologie unter anderem nutzen, um die Gesundheit der Menschheit zu fördern und den Klimawandel zu verlangsamen. Beides sind Aufgaben von globaler Dimension.

Ob Impfstoffe und Antibiotika, umweltschonende Verfahren zur Herstellung von Textilien und Biokraftstoffen oder die Züchtung verbesserter Pflanzen – die Biotechnologie hält Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Gesellschaft bereit.

Gentechnik wird von der Mehrheit abgelehnt

Die Gentechnik, die als Methode der Biotechnologie in vielen Bereichen zum Einsatz kommt, wird von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung abgelehnt. Die wenigsten aber wissen, dass sie täglich Kontakt dazu haben, sei es bei Enzymen in Waschmitteln, Baumwollkleidung oder Geldscheinen.

Gentechnisch veränderte Pflanzen werden seit 1996 global angebaut und zahllose unabhängige, wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass gentechnisch veränderte Pflanzen im Vergleich zu konventionell gezüchteten kein Risiko für Mensch und Umwelt darstellen. Auch sind die Erträge deutlich höher. Wissenschaftliche Fakten werden bei der Bewertung der Gentechnik aber weitgehend ignoriert.

Wissenschaft „nach Gusto“

Das bringt mich zum Klima. Tausende weltweit engagieren sich für die „Fridays For Future“- Bewegung. Eine bemerkenswerte Initiative. Man ist sich einig: Der Mensch trägt mit seinem Treibhausgas-Ausstoß zum globalen Temperaturanstieg bei. Warum ist man sich einig? Da, analog zur Gentechnik, die überwältigende Mehrheit der Wissenschaftler faktenbasiert zu diesem Schluss gekommen ist. Über diejenigen, die diesen wissenschaftlichen Aussagen nicht vertrauen, wird (zu Recht, wie ich finde) der Kopf geschüttelt.

Dieses Vertrauen auf die Wissenschaft „nach Gusto“ entwertet aber die Wissenschaft, die auf Fakten basiert und mit Hilfe von konkreten Hypothesen das Wissen der gesamten Menschheit stetig weiter entwickelt. Auf der Grundlage bekämpfen wir heute Seuchen und Krankheiten. Auf der Grundlage fußt die Versorgung mit sauberem Wasser, sicheren Lebensmitteln und Gütern. Darum müssen wir weiter Entscheidungen basierend auf Fakten treffen – und zwar immer, nicht nur, wenn es zu unserer Weltanschauung passt.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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