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Brexit-Chaos vermeiden

Der Brexit hat ein Datum. Danach steht eine Übergangsphase bis Ende 2020.
Thomas Hanauer, Unternehmer

Thomas Hanauer ist Gesellschafter-Geschäftsführer der emz – Hanauer GmbH & Co. KGaA in Nabburg.
Thomas Hanauer ist Gesellschafter-Geschäftsführer der emz – Hanauer GmbH & Co. KGaA in Nabburg.

Nachdem die britische Regierung und die EU nach zähen Verhandlungen dem Brexit-Gesetz zustimmten, verlässt Großbritannien zum 31. Januar die EU. Danach steht eine Übergangsphase bis Ende 2020, um einen gemeinsamen Fahrplan für die zukünftige Gestaltung der Beziehungen des Vereinigten Königreichs und der EU zu entwickeln. Die genaue Endstation ist jedoch noch nicht klar. Scheitern die Gespräche, gibt es zwei Wege für den Ausstieg: eine Verlängerung der Übergangsphase bis Ende 2022 für weitere Verhandlungen oder ein ungeregelter „harter“ Brexit.

Einigt sich die Politik nicht, kann es durchaus sein, dass an den britischen See- und Flughäfen Zollchaos herrscht. Das will keiner. Das Vereinigte Königreich verlässt zwar die EU, bleibt aber weiterhin ein wichtiger Bestandteil Europas. Mit dem Start der Übergangsphase bleibt erstmal weitestgehend alles beim Alten, was den freien Personen- und Warenverkehr anbelangt, doch der Brexit hat bereits negative Auswirkungen auf den Außenhandel.

Handelsbeziehungen zu Großbritannien nehmen ab

Schon jetzt gibt es einen Rückgang der bayerischen Handelsbeziehungen mit Großbritannien von Platz 5 (2015) auf Platz 8 (2020). Obgleich wir als Unternehmer Planungssicherheit brauchen, sollte die Wirtschaft nicht auf eine schnellstmögliche finale Entscheidung der Politik drängen. Stattdessen müssen wir uns – auch wenn es an den Nerven zehrt – in Geduld üben und den Verhandlungen die nötige Zeit einräumen. Nur so können die entsprechenden Regelungen mit der notwendigen Besonnenheit ausgearbeitet und die Partnerschaft mit Großbritannien für die Zukunft gewahrt werden.

Den über 280 ostbayerischen Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen mit Geschäftsbeziehungen in das Vereinigte Königreich rät die IHK, sich weiterhin für alle Eventualitäten – und das schließt leider auch den harten Brexit mit ein – zu wappnen. Hierzu informiert die IHK. Die Verhandlungsteams zwischen Großbritannien und der EU sollten sich nun ohne großes Gepolter auf ein möglichst umfassendes Partnerschaftsabkommen verständigen, das freien und fairen Handel zwischen dem Kontinent und der Britischen Insel auf lange Sicht ermöglicht. Denn eines ist klar: Es lohnt sich.

Autoreninformation:

Der Autor ist Gesellschafter-Geschäftsführer der emz – Hanauer GmbH & Co. KGaA in Nabburg. Er ist Vizepräsident der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim und Vorsitzender des IHK-Ausschusses International.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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