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Brände

Britische Regierung kämpft gegen Kritik

Die Briten sind wütend. May habe nach dem Hochhausbrand nicht schnell genug reagiert. Mit Hilfsmaßnahmen will sie beruhigen.

Premierministerin Theresa May (M) besichtigt den ausgebrannten Grenfell Tower. Foto: dpa
Premierministerin Theresa May (M) besichtigt den ausgebrannten Grenfell Tower. Foto: dpa

London.Nach heftiger Kritik an ihrer Reaktion auf die Brandkatastrophe in London hat die britische Premierministerin Theresa May Regierungsmitglieder zu einer Sondersitzung einberufen.

Blick durch ein Fenster am ausgebrannten Grenfell Tower in London. Foto: dpa
Blick durch ein Fenster am ausgebrannten Grenfell Tower in London. Foto: dpa

Sie wolle dafür sorgen, dass „alles Mögliche getan wird, um die Betroffenen der Tragödie von Grenfell zu unterstützen“, sagte ein Regierungssprecher. Später werde May in der Downing Street Opfer der Brandkatastrophe und freiwillige Helfer treffen.

Bei dem Feuer im Grenfell Tower im Stadtteil Kensington waren in der Nacht zum Mittwoch mindestens 30 Menschen umgekommen. Die Behörden erwarten, dass diese Zahl noch steigt. In dem Sozialbau lebten Berichten zufolge 400 bis 600 Bewohner.

Zehn Personen in kritischem Zustand

19 Verletzte wurden am Samstag noch in Krankenhäusern der britischen Hauptstadt behandelt. Zehn von ihnen befanden sich in kritischem Zustand, wie die Gesundheitsbehörde NHS mitteilte.

Wütende Demonstranten vor dem Rathaus von Kensington. Foto: dpa
Wütende Demonstranten vor dem Rathaus von Kensington. Foto: dpa

Die Wut auf Regierung und Behörden in Großbritannien war auch am Wochenende noch groß. Vize-Premier Damian Green wies am Samstagmorgen Vorwürfe zurück, May habe nicht angemessen auf das Unglück reagiert. „Sie ist von den Ereignissen genauso bestürzt wie wir alle“, sagte Green der BBC. Die Regierung werde in den kommenden Tagen einen Vorsitzenden für die öffentliche Untersuchung des Brandes bestimmen.

Der Grenfell-Tower brannte wie eine Fackel. Foto: dpa
Der Grenfell-Tower brannte wie eine Fackel. Foto: dpa

Bei Protesten und Solidaritätskundgebungen für die Brandopfer hatten Demonstranten am Freitagabend unter anderem einen Rücktritt der Premierministerin gefordert. Zuvor war May als „Feigling“ beschimpft worden, als sie aus einer Londoner Kirche in der Nähe des Brandorts kam. Dort hatte sie den Opfern Hilfe in Millionenhöhe versprochen. Bei einem Fernsehinterview am Freitagabend hatte eine Journalistin May wiederholt gefragt, ob sie die Wut im Land nicht begriffen habe.

May sprach nicht mit den Opfern

Kritiker hatten May vorgeworfen, nicht schnell genug auf das Unglück reagiert zu haben. Außerdem hatte sie bei einem Besuch am Grenfell Tower am Donnerstag nicht mit den Opfern gesprochen. Der Oppositionsführer und Labour-Chef Jeremy Corbyn hatte derweil Betroffene getröstet. Am Freitag besuchte May Verletzte in einem Londoner Krankenhaus.

Die Demonstration stand unter dem Motto „Justice for Grenfell!“ (Gerechtigkeit für Grenfell). Foto: dpa
Die Demonstration stand unter dem Motto „Justice for Grenfell!“ (Gerechtigkeit für Grenfell). Foto: dpa

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