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Busmaut: Das falsche Signal

Die Maut hängt seit Jahren wie ein Damoklesschwert über der Bustouristik. Für die Branche bringt sie keine Verbesserungen.
Von Hermann Meyering, Unternehmer

Hermann Meyering ist Vorsitzender der Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk).
Hermann Meyering ist Vorsitzender der Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk).

Trotz einer hervorragenden Ökobilanz, einem erstklassigen Sicherheitsstandard und dazu noch einer hohen Flexibilität, die auch kleine Gemeinden und ländliche Regionen an das Verkehrsnetz anbindet: Die Maut hängt schon seit Jahren wie ein Damoklesschwert über der Bustouristik.

Der Städte- und Gemeindetag hat sie diesen Sommer für den Fernbus gefordert. Ein Sommer, der von Chaos auf Flughäfen und Bahnhöfen geprägt war. Und da soll ausgerechnet eine Branche abgestraft werden, die zwar auch nicht gegen Pleiten, Pech und Pannen immun ist, aber ihre Kunden mit modernen Fahrzeugen und geschulten Chauffeuren sowohl entspannt, als auch zuverlässig an ihr Reiseziel bringt.

Der Ausschuss für Verkehr und Tourismus des Europäischen Parlaments hatte schon im Frühsommer entschieden, dass Mitgliedsstaaten, die bereits eine Lkw-Maut erheben, diese ab 2020 auf alle schweren Nutzfahrzeuge ausweiten müssen.

Zwar ist nicht zu erwarten, dass sich in Brüssel der Europäische Rat und das Europaparlament in dieser Frage zeitnah auf einen gemeinsamen Standpunkt einigen werden. Die Branche ist aber trotzdem gezwungen, sich mit dem leidigen Thema Maut auseinanderzusetzen.

Die Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) kritisiert zwar den Verdrängungswettbewerb im Fernlinienverkehr, der zu Lasten mittelständischer Busunternehmer geht. Aber wenn die Politik den Fernbus mit der Maut abstraft, wird für die Branche auch nichts besser.

Und für den Verbraucher schon gar nicht. Denn die Busreiseveranstalter müssen die Mehrkosten an ihre Kunden weitergeben. Und das trifft vor allem Menschen mit geringem Einkommen wie Schüler, Studenten und Rentner, denen die Bustouristik eine Vielfalt an Reiseerlebnissen ermöglicht.

Nach den Berechnungen des Umweltbundesamtes ist der Pkw-Verkehr für mehr als 60 Prozent der Emissionen im Verkehrssektor verantwortlich. Will man die Menschen zum Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf umweltfreundliche Mobilität motivieren, ist die Diskussion über die Einführung einer Busmaut das falsche Signal. Statt Busunternehmer endlich von der Ökosteuer zu befreien, müssen sie sich jetzt auch noch gegen zusätzliche Belastungen wehren!

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