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Das Elend der Flüchtlinge mildern

Kanpp 80 Millionen Menschen machen sich auf die Suche nach einem besseren Leben. Das Leid geht jeden an.
Von Peter Ruhenstroth-Bauer, Jurist und Politiker

Von Peter Ruhenstroth-Bauer ist Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.
Von Peter Ruhenstroth-Bauer ist Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe. Foto: Jim Rakete/Jim Rakete

Regensburg.Die Zahl der Menschen auf der Flucht ist im vorigen Jahr weltweit auf ein Rekordhoch gestiegen: 79,5 Millionen Menschen, mehr als ein Prozent der Weltbevölkerung, fast so viel Menschen wie Deutschland Einwohner hat. Krieg, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen zwingen sie, ihre Heimat zu verlassen und den gefährlichen Weg in Schutz und Sicherheit zu suchen. Häufig werden sie von Länder und deren Gesellschaften gerettet, die selbst auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.

Drei Viertel der Flüchtlinge, 73 Prozent, leben im direkten Nachbarland – immer in der Hoffnung, schnell nach Hause zu kommen. 85 Prozent aller Flüchtlinge fanden in ärmeren Ländern Schutz. In Europa leben dagegen weniger als 10 Prozent der weltweiten Flüchtlinge. Eine weitere Zahl erschüttert zutiefst: Schätzungsweise 30 bis 34 Millionen Kinder und Jugendliche sind auf der Flucht.

Jetzt um den Weltflüchtlingstag sind diese Zahlen medial präsent. Zeitungen, Fernsehen, Radio berichten nachrichtlich und faktenbasiert, es gibt Kommentare, Diskussionen, Hintergründe.

Aus Zahlen werden Schicksale. Uns wird ins Bewusstsein gerufen, dass hinter den Zahlen keine Menschen stehen, die bedrückenden wirtschaftlichen Verhältnissen entkommen wollen, sondern Menschen, die schlicht um ihr Leben rennen. Sie müssen fliehen, jahrelang in Ungewissheit leben, ohne die Chance auf eine Rückkehr und ohne Hoffnung auf eine Zukunft an ihrem Zufluchtsort.

Gerade dort, wo wegen immer wieder aufkeimenden Konflikten langfristige Unterstützung gefragt wäre, fehlt es also Mitteln. Mehr als 24,1 Millionen Jemeniten brauchen humanitäre Unterstützung, die Sterblichkeitsrate von COVID-19 in einigen Regionen des Jemen gehört zu den höchsten der Welt.

In der Sahel-Zone – Burkina Faso, Mali und Niger – eskaliert die Gewalt. Abseits der Weltöffentlichkeit sind mehrere Millionen Menschen auf der Flucht. Die Krise droht auf mehrere Nachbarländer überzugreifen. Wir können diese Konflikte nicht lösen, wir können das weltweite Leid nicht mal eben stoppen.

Jeder von uns kann dennoch etwas tun, sei es mit einer Spende oder mit der eigenen Stimme: gegen Hetze im Netz, gegen Fake News im Zusammenhang mit Flucht und Migration.

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