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Ehe

Der perfekte Tag fürs Jawort

Der Ansturm auf Schnapszahl-Hochzeiten war immer riesig - dieses Jahr ist das anders. Dafür gibt es andere Trends.
Von Lisa Pfeffer

In Bayern dieses Jahr zum Heiraten nicht so beliebt: Die einfachen Daten im August. Foto: Lino Mirgeler/dpa
In Bayern dieses Jahr zum Heiraten nicht so beliebt: Die einfachen Daten im August. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Die Hochzeit soll der schönste Tag im Leben sein – zumindest denken das die meisten. Etwas ganz Besonderes. Und oft legen die Brautpaare auch Wert darauf, dass das Datum etwas ganz Besonderes ist. Vor zehn Jahren, am Schnapszahltag 08.08.08, haben viele Brautpaare in Deutschland trotz Regen und Wind an den ungewöhnlichsten Orten geheiratet. Und auch die letzten Jahre waren solche Termine immer sofort vergriffen. Doch dieses Jahr halten die meisten Verlobten eine Hochzeit am 18.8.18 wohl eher für eine Schnapsidee. Denn das Interesse für die Beinahe-Schnapszahl-Daten ist gering, wie eine Umfrage der deutschen Presseagentur bei Standesämtern in Bayern ergab.

„Am 18.8.2018 sind bereits alle Termine vergeben, aber nicht wie erwartet sofort“

Dagmar Obermeier-Kundel, Stadt Regensburg

„Am 18.8.2018 sind bereits alle Termine vergeben, aber nicht wie erwartet sofort“, sagt Dagmar Obermeier-Kundel von der Stadt Regensburg. Dabei sind die elf Hochzeitstermine am Samstag fast immer gleich ausgebucht. Auch für den 1.8.18 hat die Stadt mit einem stärkeren Andrang gerechnet: Zusätzliche Termine werden angeboten, die Trauungen dafür werden extra ins Alte Rathaus verlegt. Fehlen nur noch die Verlobten – erst sechs der neun Trautermine sind bisher vergeben. Mit den Hochzeiten am Schnapszahl-Datum sei das so eine Sache. Einige Paare machen in letzter Sekunde einen Rückzieher, erzählt Obermeier-Kundel, weil sie zu viel Rummel vor dem Trausaal befürchten.

Auch Eva Frank, Geschäftsführerin des Brautmodengeschäfts „Das Hochzeitshaus Bayern“, wundert sich. „Heuer machen der 8.8. und der 18.8. nur ungefähr die Hälfte aller Kleider aus, die im August rausgehen“, erzählt sie. Das hört sich viel an, ist es aber nicht. Im Vergleich dazu: 2017 waren ganze 70 Prozent der verkauften Kleider für eine Schnapszahl-Hochzeit.

Eine Hochzeit wie Meghan Markle

Eine beliebter Style: Ein elegantes, eher unaufgeregtes Kleid wie bei Meghan Markle. Foto: Steve Parsons/dpa
Eine beliebter Style: Ein elegantes, eher unaufgeregtes Kleid wie bei Meghan Markle. Foto: Steve Parsons/dpa

Egal welche Vorlieben man bezüglich des Datums hat, dieses Jahr gibt es genug andere Trends, die Zuspruch finden. Bei den Bräuten wird es allgemein farbiger, Pfirsich- und Apricot-Töne sind laut der Expertin besonders in. Außerdem sind Bohemian-, also bunte Farben und leichte, weite Stoffe, und Vintage-Styles im Trend. Viele Hochzeiten finden draußen statt. „Das führt dazu, dass viele Bräute eher leichte und unkomplizierte Kleider für ihre Feier in der Natur suchen“, sagt Frank. Carola Grabs vom „La Donna Hochzeitsatelier“ in Schierling kann da nur zustimmen. „So wie Meghan Markle heiraten mittlerweile viele. Schlicht und elegant.“

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Für den Mann darf es immer klassisch, aber auch gerne mal ausgefallen sein. Grabs erzählt: „Bei uns kaufen die Männer gern ein Outfit mit Fliege und Hosenträgern.“ Und kein Witz: Fliegen aus Holz werden immer beliebter.

Winter-Hochzeit als Alternative

Die Natur spiegelt sich auch in der Dekoration wieder: Blumen spielen eine große Rolle. Alles wird mit kleinen Knospen und Blättern geschmückt oder verziert. Seien es die Namens-Tischkarten für die Gäste oder der individuelle Traubogen. Besonders beliebt sind dabei der Eukalyptus, sowie Oliven- und Rosmarinzweige. Wer es lieber bunt und knallig mag, der kann nicht nur beim Brautkleid auf den beliebten Boho-Trend vertrauen.

„Im Allgemeinen wird es romantischer. Im Freien kann man viele ausgefallene Sachen machen: Große Blickfänger wie Wedding Chairs und so weiter“

Katharina Trögl, Deko-Expertin

Auch bei der Deko dürfen kräftige Farben untereinander kombiniert werden. „Im Allgemeinen wird es romantischer. Im Freien kann man viele ausgefallene Sachen machen: Große Blickfänger wie Wedding Chairs und so weiter“, erzählt Katharina Trögl, die Hochzeiten in ganz Bayern mit Dekoration und Zubehör ausstattet. In letzter Zeit sieht sie auch immer mehr „Candy Bars“ auf den Feiern. Wobei die ursprünglichen Bars mit Süßigkeiten fast schon wieder out werden. „Neu und absolut trendy sind zum Beispiel Whiskey-Bars für die Herren“, sagt die Expertin. Eine Konfetti-Bar eigne sich zum Beispiel hervorragend für den Empfang nach der Trauung und auch sonst gibt es in diesem Bereich mittlerweile etliche Möglichkeiten. Doch am Ende betont Katharina Trögl immer gern: „Sowas ist natürlich Geschmackssache.“

Was allerdings bei Gästen durchweg gut ankommt, sind Fotoboxen. Auch 2018 ist der Einsatz von Fotoboxen auf den Hochzeitsfeiern nicht mehr wegzudenken. Mit passenden Accessoires können die Gäste Spaß haben und sich die Zeit vertreiben. „Und ein Andenken haben sie auch noch, da man die Fotos ja meistens gleich mit nach Hause nehmen kann“, sagt Trögl.

Auch wenn man im Sommer noch gar nicht daran denken möchte: Winter-Hochzeiten werden immer beliebter. Die Landschaft eingehüllt in glitzernden Schnee gibt dem Ganzen eine eigene Art Romantik. Der Winter ist eine sehr bedächtige Jahreszeit. Es herrscht besinnliche Stimmung und die Natur zeigt sich von ihrer außergewöhnlich schönen Seite – vor allem, wenn es schneit.

In Winter-Ambiente kann eine Hochzeit der besonderen Art gefeiert werden. Foto: Valery/Fotolia
In Winter-Ambiente kann eine Hochzeit der besonderen Art gefeiert werden. Foto: Valery/Fotolia

Und die kräftigen Boho-Farben, die zur Zeit im Trend liegen, kommen so besonders gut zur Geltung. Es wird früh dunkel, das bedeutet, man kann gut mit Kerzen und Lichtern arbeiten. An Feuerkörben oder auch an Glühwein und Punsch können sich die Gäste wärmen. Außerdem hat man die große Auswahl bei den Dienstleistern, die darüber hinaus auch günstiger als im Sommer sein werden. Das gilt vor allem für Ort, DJ und Fotograf. Und in die Flitterwochen kann es dann ja in die Wärme gehen. Nur eine Schnapszahl-Hochzeit, die wird man im Winter nicht mehr erleben.

Die Planung vor der Hochzeit

  • Noch 12 bis acht Monate:

    Zu dieser Zeit sollte ein Termin festgelegt und die Dokumente überprüft werden. Außerdem sollte der Ort, die vorläufige Gästeliste und eventuell bereits die Musik stehen.

  • Noch acht bis sechs Monate:

    Schön langsam sollte man sich auf die Suche nach Trauzeugen und dem Brautkleid machen. Außerdem sollte die Gästeliste feststehen. Der Termin beim Standesamt und der freie Trauredner oder Pfarrer sollte ebenfalls festgezurrt sein.

  • Noch sechs bis vier Monate:

    Es ist Zeit, die Einladungen zu versenden. Außerdem sollte man die Gästeliste und die Kosten im Blick haben. Für den Bräutigam ist es Zeit für einen Anzug. Ein Fotograf, ein Hochzeitsfahrzeug und Gastgeschenke können ebenfalls schon organisiert werden.

  • Noch drei Monate:

    J etzt geht es an die Details: Deko, Torte, Trauringe. Die Sitzordnung sollte bestimmt werden und die meisten Paare brauchen noch einen Tanzkurs. Auch die Hochzeitsrede sollte bis zur Trauung sitzen.

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