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Politik
Mittwoch, 15. August 2018 27° 3

Kommentar

Der Sumpf des Krieges

Ein Kommentar von Jochen Wittmann, MZ

Auch wenn der faktische militärische Beitrag, den Großbritannien jetzt im Kampf gegen den IS in Syrien leisten will, eher gering ausfallen mag, ist der Schritt, den das Land in der Nacht zum Donnerstag genommen hat, bedeutend. Denn zum einen scheint das Unterhaus den Geist des Irak-Kriegs, der in den Augen der meisten Briten ein totales Debakel war, abgeschüttelt zu haben. Und zum anderen reiht man sich ein in die breite Front gegen das Terrornetzwerk IS. Großbritannien meldet sich als vollwertiger Kriegspartner auf der Weltbühne zurück.

Was das für Konsequenzen haben wird, ist nicht abzusehen. Der Labour-Chef Jeremy Corbyn sprach die Sorgen vieler Briten an, als er warnte: „Die Logik eines erweiterten Luftangriffs ist ’Mission Creep‘“. Soll heißen: Die Gefahr einer schleichenden Ausweitung des Einsatzes steht im Raum. Großbritannien könne in den „Sumpf des Krieges“ hineingezogen werden und müsse letztlich doch mit eigenen Bodentruppen eingreifen.

Bisher ist das kein Thema. Premierminister David Cameron schließt den Einsatz von Soldaten vor Ort aus, er wäre zur Zeit auch weder im Unterhaus noch in der Öffentlichkeit durchzusetzen. Was aber, wenn die Lage eskaliert? Und was, wenn das Gebot der Solidarität mit den Alliierten seine Eigendynamik bekommt? Dann könnten auch Bodentruppen kein Tabu mehr sein.

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