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Politik
Dienstag, 17. Juli 2018 30° 3

Kommentar

Die Kraft koscherer Kamellen

Ein Kommentar von Katharina Kellner

Eine großartige Idee der Düsseldorfer jüdischen Gemeinde: mit Humor und koscherer Kamelle für ihr Anliegen einzustehen. Die Botschaft, dass Antisemitismus immer noch ein Thema ist, sollte nicht nur in politischen Debatten Platz finden. Sondern auch dort, wo das Leben braust. Damit ist sie im Karneval bestens aufgehoben.

Leider ist es nicht selbstverständlich, dass ein jüdischer Mottowagen im Karneval fährt. Denn noch immer ist Polizeischutz für jüdische Gemeinden eher Normalität als Ausnahme – überall in Deutschland. Sich mitten ins Karnevalsgetümmel zu werfen, ist also ein mutiger Schritt. Aber auch eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Normalität, zu der es gehört, mit anderen gemeinsam zu feiern und zu lachen. Heinrich Heine auf dem Mottowagen ist da eine kluge Wahl: Den großen Dichter und Spötter kennt jedes Kind, mit ihm können sich die Düsseldorfer identifizieren. Der Karneval bietet eine gute Gelegenheit, mit der koscheren Kamelle auf der Zunge auf sinnliche Weise das Anliegen der jüdischen Gemeinde zu erfahren: Jüdische Deutsche wollen als normaler Teil eines bunten, vielfältigen Stadtlebens betrachtet werden.

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