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Kommentar

Die Mahnung von Solingen

Ein Kommentar von Reinhard Zweigler

Deutschland vor 25 Jahren war kaum weniger aufgewühlt als heute. Immer wieder entluden sich Stimmungsmache, Hetze und Hass auf Ausländer, in Gewalttaten. Ausländer als Sündenböcke für die eigene Angst vor Überfremdung, vor Wohlstands- und Identitätsverlust. Die schlimme Spur von Attacken gegen das Leben von Menschen reichte von Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen, Mölln bis nach Solingen. Hier kamen fünf Frauen und Mädchen bei dem von Neonazis heimtückisch gelegten Brand auf ein Wohnhaus ums Leben. Drei Tage vor dem Anschlag hatte der Bundestag das Recht auf Asyl eingeschränkt. Vielleicht war das sogar eine Ermutigung für die Täter.

Heute ist die Situation noch verworrener. In sozialen Netzwerken wird unverblümt Hass auf Flüchtlinge geschürt, es gab Hunderte Angriffe auf Heime. Auf der anderen Seite gab es Attacken von Asylsuchenden, bis hin zum Terroranschlag vom Berliner Breitscheidplatz mit zwölf Toten. Die Mahnung von Solingen stammt von Mevlüde Genc, die im Feuer zwei Töchter, zwei Enkelinnen und eine Nichte verloren hat: Lasst uns zum Guten nach vorne schauen. Dem Hass muss Einhalt geboten werden.

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