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Die Zeit ist reif für eine alte Idee

Statt der komplizierten Corona-Hilfsgelder-Verteilung wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle die beste Lösung.
Von Markus Härtl, Polit-Aktivist

Regensburg.Eine aktuelle Modeerscheinung ist das „BGE“, welches ein Einkommen für jeden Bürger eines Landes bedingungslos vorsieht, keineswegs. Bereits im 16. Jahrhundert erwähnte der Autor Thomas Morus, der später von der katholischen Kirche zum Heiligen ernannt wurde, das „Bedingungslose Grundeinkommen“. Aber vor allem im letzten Jahrhundert nahm die Diskussion über diese revolutionäre Idee Fahrt auf, unter anderem durch Martin Luther King oder Erich Fromm.

Aufgrund der Industrie 4.0 ist seit vielen Jahren – als passende Antwort darauf – das BGE immer wieder im Gespräch und hat prominente Unterstützer. Auch Organisationen wie der Verein „Mein Grundeinkommen“ oder die Partei „Bündnis Grundeinkommen“ waren und sind maßgeblich mitverantwortlich, dass das BGE bei der breiten Gesellschaft inzwischen angekommen ist und viele Befürworter fand.

Keine Sorgen um stabil laufende Wirtschaft

Durch die aktuelle Corona-Krise erlebt die Diskussion um ein BGE einen neuen Boom – nicht nur in Deutschland, sondern europa- und weltweit werden die enormen Vorteile erörtert. Selbst im kleinen Fürstentum Liechtenstein arbeitet eine Gruppe an einem Konzept. Meine Kollegin Susanne Wiest startete kürzlich eine Bundestagspetition zum Grundeinkommen, die mit fast 200000 Unterstützern eine der erfolgreichsten in der Geschichte der BRD sein wird. Statt der im Augenblick komplizierten Corona-Hilfsgelder-Verteilung, die im Endeffekt immer ungerecht und unausgewogen sein wird, wäre ein BGE für alle die beste Lösung.

Warum wird eine große Firma mit Millionenhilfen unterstützt, während vielleicht ein Einzelunternehmer leer ausgeht, nur weil er aus dem Hilfsraster der Bundesregierung fällt? Wenn jeder Einzelne ein fixes monatliches Grundeinkommen erhält, wäre für jeden gesorgt und jeder könnte auf seine Art die Krise bewältigen.

Der Staat müsste sich um eine stabil laufende Wirtschaft weniger Sorgen machen, da das Geld nicht gehortet wird, sondern für Grundbedürfnisse ausgegeben wird und somit unmittelbar in den Wirtschaftskreislauf fließt, was konjunkturfördernd wirkt. Unter noch weitaus mehr Gesichtspunkten kann man – wie zu Ostern auch Papst Franziskus – sagen: Die Zeit ist reif für ein Grundeinkommen!

Der Autor ist Präsident des WLF-Forum für wirtschafts- und gesellschaftspolitische Zukunftsfragen (Schweiz-Liechtenstein) sowie Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft Liechtenstein Basic Income.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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