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Düstere Aussichten für Tiere

Es werden Zirkusse in Europa schließen, ebenso wie Wildtierparks, Privathalter oder Ähnliches. Doch wohin mit den Tieren?
Von Bernd Nonnenmacher

Regensburg.Was wäre die Welt ohne Tiere? Niemand kann sich das vorstellen. Weil sie ein Teil der menschlichen Kultur sind. Bedauerlicherweise müssen die Tiere oftmals darunter leiden. Doch die gute Nachricht: Ein gesellschaftlicher Wandel deutet sich an. Wildtiere in Zirkussen sind längst nicht mehr zeitgemäß und die Zoos denken zunehmend auch an naturnahe, große Anlagen. Wir, die Stiftung für Bären, tragen ebenso unseren Teil dazu bei. Wir bieten verhaltensgerechte, weitläufige Unterbringungen für Wölfe, Luchse und Bären aus schlechter Haltung.

Dass die Menschen mehr und mehr Wert auf Tierschutz legen ist eine großartige Tendenz. Es gibt immer noch zahlreiche Wildtiere, denen es sehr schlecht geht. 2020 sollte das Jahr werden, welches eine neue Ära einleitet. Ende 2019 legte eine Delegation von Tierschutzeinrichtungen dem EU-Rat in Brüssel die alarmierende Situation von Wolf, Bär und Co. in Europas Gefangenschaft vor – und auch Lösungen. Ein gemeinsamer Weg der Zusammenarbeit zwischen Behörden und nichtstaatlichen Organisationen sollte ausgearbeitet werden, um das Schicksal tausender Wildtiere zu retten, indem ihre Lage vor Ort verbessert oder sie befreit und in großzügigen Anlagen untergebracht werden. Dann kam die Corona-Pandemie.

Einrichtungen schließen den Besucherverkehr, Gelder fallen weg, Rettungsaktionen werden abgesagt, wichtige Operationen verschoben, Bau- und Erweiterungsmaßnahmen werden auf Eis gelegt. Dabei ist gerade Letzteres akut vonnöten! Es gibt nicht einmal annähernd genügend Platz für die misshandelten Tiere. Leider wird es diesen allem Anschein nach so schnell auch nicht geben. Die Situation droht hingegen zeitnah zu eskalieren: Nach nur wenigen Wochen von Covid-19 schließen die ersten Zirkusse in Frankreich, das bedeutet durchaus gut 50 Tiere auf einen Schlag, die ein neues Zuhause brauchen. Und zwar jetzt. Doch wohin mit den Tieren?

Und das ist erst der Anfang: Es werden mehrere Zirkusse in ganz Europa schließen, ebenso wie Wildtierparks, Privathalter oder Ähnliches. Düstere Aussichten: Die Folge daraus ist, dass die Tiere augenblicklich untergebracht werden müssen, während diejenigen, die unter furchtbaren Umständen ihr Leben fristen und zum Teil seit Jahren auf der Warteliste stehen, es auch weiterhin müssen. Dabei ist das ganze Ausmaß bei Weitem noch nicht absehbar.

Der Autor ist Geschäftsführer der Alternativen Bärenpark gGmbH.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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