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Kommentar

Ein Anfang

Ein Kommentar von Isolde Stöcker-Gietl, MZ

Wie arm oder reich ist die Diözese Regensburg? Auch nach der Pressekonferenz am Dienstag kann diese Frage nicht beantwortet werden. Da sind andere Bistümer wie München oder Köln schon weiter. Aber zumindest ist nun auch in Regensburg ein Anfang gemacht.

Dass man auf die Zahlen in dieser bayerischen Diözese mit einem besonderen Augenmerk schaut, liegt auch an der Freundschaft, die der frühere Regensburger Bischof und jetzige Kardinal Gerhard Ludwig Müller und Bischof Rudolf Voderholzer zu dem ehemaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst pflegen. Der hatte sich bekanntermaßen einen exklusiv ausgestatteten Wohnsitz in Limburg geschaffen und damit die Transparenzoffensive in der Kirche erst ausgelöst. Dass man Tebartz-van Elst seinerzeit in Regensburg Unterschlupf gewährte, brachte auch Voderholzer in Erklärungszwang, was die Finanzen in seinem Bistum betrifft.

Aber will man es nun in Regensburg besonders gründlich machen oder dauert hier alles nur etwas länger? Aus den nun vorgelegten Zahlen für acht der 15 Rechtsträger lässt sich noch kein Vermögenswert erschließen. Dies ist aber der Wert, auf den die Menschen schauen. Sie wollen wissen, welche Diözese in Deutschland am wohlhabendsten ist. Derzeit gilt das Erzbistum München-Freising, das seinen Besitz auf über 5,5 Milliarden Euro taxiert, als Spitzenreiter.

Generalvikar Michael Fuchs hat bei der Pressekonferenz betont, dass das Bistum durch die nun stattfindenden Bewertungen auch selbstkritisch hinterfragen werde, welche Kapital-Ressourcen tatsächlich dem kirchlichen Zweck dienen und für deren Zweck notwendig sind. An dieser Aussage wird man ihn bei der Präsentation des Gesamtvermögens 2018 messen.

Dieser Kommentar ist am 13. Dezember 2016, nach der ersten Pressekonferenz des Bistums Regensburg zur Transparenzinitiative „Jede Zahl hat ein Gesicht“, erschienen.

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