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Montag, 24. September 2018 15° 2

Tiere

Ein Führerschein für’s Herrchen

Peta fordert bundesweit die Einführung eines Hundeführerscheins und den Zuchtstopp bei den sogenannten Kampfhunden.
Von Jana Hoger

Jana Hoger ist Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei der Tierrechtsorganisation Peta Deutschland. Foto: Peta
Jana Hoger ist Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei der Tierrechtsorganisation Peta Deutschland. Foto: Peta

Berlin.In der Nacht vom 3. auf den 4. April tötete ein Staffordshire Terrier im Stadtteil Groß-Buchholz in Hannover mutmaßlich seine 52-jährige Halterin und deren 27-jährigen Sohn. Einem Medienbericht zufolge wurde der Hund vermutlich in einem Käfig gehalten. Derzeit befände er sich in einem Tierheim in Quarantäne. Der dramatische Vorfall entfachte erneut die Debatte um sogenannte Kampfhunde, zu denen auch dieser beteiligte Hund zählt.

Jeder Hund – ganz egal, um welche Rasse es sich handelt, – der falsch gehalten oder erzogen wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden. In der Regel liegt das eigentliche Problem nicht am Hund selbst, sondern am anderen Ende der Leine, denn kein Hund ist von Natur aus aggressiv – auch sogenannte Kampfhunde nicht.

Leider aber werden Hunderassen wie Staffordshire Terrier und Pitbulls häufig aus Prestigegründen gekauft, mangelhaft gehalten oder sogar von ihren Haltern missbraucht und teilweise bei Hundekämpfen eingesetzt. Genau aus diesem Grund sind sie einem höheren Risiko für tragische Vorfälle ausgesetzt. Hinzu kommt, dass Hundehalter oft überfordert sind. Auch der Staffordshire Terrier aus Hannover wurde Medienberichten zufolge scheinbar unter schlechten Bedingungen gehalten und war überwiegend in einem Stahlzwinger in der Wohnung des 27-Jährigen eingesperrt.

Peta fordert bundesweit die Einführung eines Hundeführerscheins, den es bereits seit 2013 in Niedersachsen gibt. Hierbei handelt es sich um einen Nachweis, dass der Besitzer in der Lage ist, einen Hund zu halten und ihn stets im Griff hatt.

Peta spricht sich zudem für einen Zuchtstopp sogenannter Kampfhunde aus. Wir möchten keinen Hund aus seiner gewohnten Umgebung reißen, doch solange die Tierheime, in denen jährlich 80 000 Hunde landen, überfüllt sind, ist die Eindämmung der Zucht für alle Hunderassen die effektivste Maßnahme gegen die Überpopulation. Dies sollte in einem ersten Schritt vor allem für vermeintlich gefährliche „Rassen“ gelten, da sie häufiger Opfer von falscher Haltung, Missbrauch oder Überforderung sind.

Peta’s Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten!

Die Autorin ist Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei der Tierrechtsorganisation Peta Deutschland e. V.

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