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Ein Tag für die Katz‘ wäre wichtig

Es braucht einen Gedenktag für die 14,8 Millionen „Stubentiger“ in Deutschland – denn nicht jeder Katze geht es es gut.
Von Susanne Habenschaden, Tierschützerin

Krebs hat einen (4.2.). Aids auch (1.12.). Das Deutsche Bier ebenso (2.8.) wie die Deutsche Einheit (3.10.). Selbst das Fischbrötchen (4.5.) und die Jogginghose (21.1.) waren wohl Jemandem so wichtig, dass ein Gedenktag dafür initiiert wurde. Bleibt nur die Frage, ob diese Gedenktage beim Denken helfen, oder zumindest das „dran denken“ unterstützen. Denn obwohl bestimmt Niemand so schrecklichen Krankheiten wie Krebs oder Aids vergessen würde, schadet es nicht, den Kampf dagegen oder die Unterstützung der Betroffenen anlässlich des Gedenktages in Erinnerung zu rufen. Der 8.8. ist den Katzen dieser Welt gewidmet. Der Stubentiger zählt zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland. Angeblich tapsen rund 14,8 Millionen (Quelle: statista) der flauschigen Tiere durch die Wohnungen und Gärten unseres Landes.

400 Fundtiere im Tierheim Regensburg

Wozu also hierfür einen Gedenktag, wenn der Star unter den Haustieren so präsent ist? Weil wir daran erinnern müssen, dass leider nicht alle Katzen wohlumsorgte Familienmitglieder sind. Weil gerade wir im Tierschutz von Jahr zu Jahr schmerzlicher spüren, dass ein Katzenleben manchmal nicht viel zählt. So kamen im letzten Jahr ca. 400 Katzen als „Fundtiere“ zu uns ins Regensburger Tierheim. Da nicht einmal ein Viertel davon mit einem Chip zur Feststellung des Besitzers versehen war, blieb der Besitzer im schlimmsten Fall unbekannt. Dies ist gerade bei kranken oder verunfallten Katzen der Grund, dass die Tierschutzvereine auf nicht unerheblichen Kosten sitzen bleiben. Zusätzlich zu den Aufwendungen für Entwurmung, Impfung und Kastration kommen auch noch die Tierarztkosten dazu, um das Tier zu retten beziehungsweise gesund zu machen.

Für eine Kennzeichnungspflicht

Eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht würde hier helfen. Nicht nur um Kosten gerecht umzulegen, sondern auch, um verlorene Lieblinge zu ihren Menschen zurückzuführen. Auch die „Katzenbaby-Schwemme“ in einer Größenordnung von ca. 100 Babys pro Jahr, stellt uns mehr und mehr vor große Herausforderungen. Eine gesetzliche Kastrationspflicht würde die jeweiligen Besitzer in die Pflicht nehmen. Immer nach gesetzlicher Regelungen zu schreien mag kleinlich sein. Eine Gesellschaft mit schwindendem Verantwortungsgefühl scheint es erforderlich zu machen. Denken wir am 8.8. auch darüber nach.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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