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Eine Dürrekrise mit Ansage

Die häufiger auftretenden Trockenperioden gefährden die Gesundheit der Wälder. Eine Wasserstrategie soll helfen.
Von Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz bei WWF Deutschland

Diplom-Geograf Christoph Heinrich
Diplom-Geograf Christoph Heinrich

In Bayern blicken Förster, Waldbesitzer, Landwirte und Biologen derzeit besorgt auf die Wetterprognosen. Es ist eine Dürrekrise mit Déjà-vu Charakter: Es regnet seit zwei Jahren zu wenig, im Spessart und in Franken brannten im April bereits Wälder. Nun plant Umweltminister Thorsten Glauber eine Anpassung der bayerischen Wasserstrategie an die Klimakrise.

Ein Schritt in die richtige Richtung, Wasserknappheit wird durch die Erderhitzung auch bei uns in Deutschland zum Dauerproblem. Gleichzeitig findet man in vielen landwirtschaftlichen Regionen, bis hin zu den voralpinen Moorflächen am Ammersee oder Kochelsee Drainagerohre und Entwässerungsgräben, die die Böden weiter austrocknen. Angesichts des Trockenstresses in der Natur und der wachsenden Not vieler Land- und Forstwirte müssen wir Wasser in der Landschaft zurückhalten, statt zu entwässern. Der bayerische Umweltminister sollte demnach mit der Wasserstrategie nicht nur für nachhaltigere Bewässerung eintreten, sondern auch schädliche Entwässerungssysteme zurückbauen. Das schützt auch das Klima: Bleiben Moorböden dauerhaft feucht, bleibt darin Kohlenstoff gespeichert.

Die häufiger auftretenden Trockenperioden gefährden die Gesundheit der Wälder. 2019 gab es in Bayern Waldschäden auf rund 100.000 Hektar, ausgelöst durch Trockenheit und den Borkenkäfer. Dessen Bestände sind in den vergangenen heißen Sommern stark gewachsen, den Fichtenwäldern droht dieses Jahr deutschlandweit ein beispielloser Befall. 2020 rechnen Experten mit noch mehr Waldschäden durch Trockenheit und Borkenkäfer. Diesen Trend müssen wir stoppen!

Statt den Wäldern mit Entwässerungsgräben buchstäblich das Wasser abzugraben, gilt es die Grundwasserneubildung zu fördern. Dazu beitragen kann auch die Wahl der Bäume. Laubwälder lassen vor allem im Winterhalbjahr deutlich mehr Niederschlag ins Grundwasser versickern als Nadelwälder. Landwirte können Dürreschäden mindern, indem sie unter anderem Feldfrüchte anbauen, die standortangepasst sind und eine ausreichende Trockenheitstoleranz aufweisen. Auch ganzjährige Bodenbedeckung und Humusaufbau sorgen dafür, dass der Boden Feuchtigkeit besser aufnehmen und speichern kann. Klar ist: Ein weiter so wie bisher ist im dritten zu trockenen Frühjahr in Folge nicht mehr möglich.

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