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Soziales

Ende für Wahlausschluss von Behinderten

Behinderte Menschen, die in allen Angelegenheiten betreut werden, bleiben nicht länger pauschal von Wahlen ausgeschlossen.

In der Briefwahlstelle des Bezirks Mitte nutzt ein Mann sein Stimmrecht zur Europawahl 2019. Foto: Jörg Carstensen/Illustration
In der Briefwahlstelle des Bezirks Mitte nutzt ein Mann sein Stimmrecht zur Europawahl 2019. Foto: Jörg Carstensen/Illustration

Berlin.Die bisher gültigen Wahlrechtsausschlüsse für Menschen mit Behinderung, die in allen Angelegenheiten betreut werden, wurden am frühen Freitagmorgen vom Bundestag aufgehoben. Für die bevorstehende Europawahl kommt diese Reform zwar zu spät - aber auf Antrag dürfen die Betroffenen trotzdem schon am 26. Mai wählen, weil das Bundesverfassungsgericht im vergangenen Monat einem entsprechenden Eilantrag stattgegeben hatte.

Betroffen sind mehr als 80.000 Menschen in Deutschland, für die ein Gericht einen Betreuer in allen Lebensbereichen bestellt hat, etwa weil sie psychisch oder geistig beeinträchtigt sind.

Ihr genereller Wahlausschluss war im Februar vom Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig eingestuft worden. Vollbetreuten Behinderten wird deshalb nun ebenso das Wahlrecht zuerkannt wie Straftätern, die wegen Schuldunfähigkeit in einer psychiatrischen Klinik untergebracht sind. Auch sie durften bislang nicht zur Wahl gehen.

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