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Kommentar

Endlich ehrlicher sein!

Ein Kommentar von Reinhard Zweigler

Über die große „Plastik-Lüge“ schrieb jetzt das Magazin „Die Zeit“. Wegen des großartigen dualen Erfassungssystems in gelben Tonnen oder Säcken glaubten die meisten Deutschen, aller Plastikmüll werde wiederverwendet. Das Wegwerfen von Verpackungen aus dem Supermarkt geschehe gewissermaßen mit einem guten Gewissen. Der Müll lande ja nicht in der Natur, in den Meeren, sondern komme wieder – umgewandelt als Gartenbank oder Blumentopf. Leider ist das aber nur ein ganz kleiner Teil der Wahrheit.

Der größte Teil des Plastikmülls wird hierzulande nämlich schlicht verbrannt. Und die hochgiftigen Rückstände aus den Filtern der Verbrennungsanlagen müssen aufwendig tief unter der Erde eingelagert werden.

Das Problem sind die vielen verschiedenen Kunststoffarten, die auf dem Markt sind. Eine sortenreine Erfassung – und damit hochwertige Wiederverwendung – ist dadurch nahezu unmöglich. Zudem wird ein Teil des Müllproblems in andere Länder verschoben. Und ob in Thailand, Malaysia oder anderswo wirklich deutsche Standards beim Umgang mit den Kunststoffen an den Tag gelegt werden, darf bezweifelt werden. Auch hier sollten Politik und Wirtschaft ehrlicher sein.

Das gilt auch für die kleinen und großen Umweltskandale im Land selbst. Hier müssen der Staat, die Behörden vor Ort, aber auch aufmerksame Bürger genauer hinschauen. Zudem haben es die Verbraucher selbst in der Hand, die Flut an Einwegverpackungen wenigstens etwas einzudämmen. Ein kleiner Schritt wäre es etwa, unsinnige Verpackungen einfach im Laden zurückzulassen. Der Druck auf Handel und Hersteller muss auch von den Konsumenten ausgehen.

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