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Erblindungen können vermieden werden

Wir brauchen eine systematische Unterstützung armer Länder bei der Verbesserung der medizinischen Basisversorgung.
Esther Dopheide

Esther Dopheide leitet den Bereich Presse und Information der Christoffel-Blindenmission (CBM).
Esther Dopheide leitet den Bereich Presse und Information der Christoffel-Blindenmission (CBM).

Regensburg.Als ich die zwölfjährige Rachel aus der philippinischen Provinzhauptstadt Tacloban zum ersten Mal getroffen habe, lernte ich einen verschlossenen Teenager kennen. Durch grauen Star, einer Eintrübung der Augenlinse, war Rachel nahezu blind. Sie konnte nicht alleine das Haus verlassen, Schulaufgaben nur mit Unterstützung ihrer Freundin oder ihrer Schwester bewältigen. Das alles hatte Auswirkungen auf Rachels Selbstbewusstsein und ihr Verhalten.

Ein kleiner operativer Eingriff, bei dem die eingetrübte Augenlinse durch eine künstliche ersetzt wird, würde ihr helfen. Doch die Eltern verdienen mit ihrem kleinen Laden nicht genug Geld, um die Operation zu bezahlen.

Rachels Schicksal ist kein Einzelfall. Weltweit sind 36 Millionen Menschen blind und 217 Millionen Menschen sehbehindert. Fast 90 Prozent von ihnen leben in Entwicklungsländern. Die Folgen für die betroffenen Menschen sind gravierend: Kinder können nicht zur Schule gehen, erhalten keine Ausbildung und werden ihr Leben lang abhängig von anderen sein. Erwachsene verlieren ihren Job, haben keine Einkünfte mehr und können ihre Familie nicht ernähren. Es droht ein dauerhaftes Leben in Armut.

Das muss nicht sein, denn mehr als drei Viertel aller Erblindungen und Sehbehinderungen könnten vermieden oder geheilt werden. Leider fehlt in vielen Regionen der Welt ein funktionierendes Gesundheitssystem. Die nächste Gesundheitsstation ist zu weit entfernt, es gibt zu wenig Ärzte und keine flächendeckenden Vorsorgeuntersuchungen; notwendige Behandlungen sind für den Großteil der Bevölkerung unerschwinglich.

Daran etwas zu ändern ist auch Aufgabe der deutschen Entwicklungszusammenarbeit: Wir brauchen eine systematische Unterstützung armer Länder bei der Verbesserung der medizinischen Basisversorgung. Gesundheitsdienste müssen für alle Menschen zugänglich und bezahlbar sein.

Die Zeit drängt. Denn Tag für Tag verlieren Menschen auf der ganzen Welt unnötig ihr Augenlicht. Rachel von den Philippinen hat am Ende Glück: Ein von der Christoffel-Blindenmission (CBM) finanziertes Projekt übernimmt die Kosten für die OP. Nur wenige Tage nach dem Augenlicht rettenden Eingriff treffe ich das Mädchen wieder. So wendet sich Rachels Leben doch noch zum Besseren.

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