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Abtreibung

Ergebnis: Iren kippen Abtreibungsverbot

Bislang galt im katholischen Irland eines der strengsten Abtreibungsverbote in der EU. Jetzt feiern die Iren die Abschaffung.

Auf den Straßen Irlands wird gefeiert. Das strenge Abtreibungsgesetz wird gelockert. Foto: Faith/afp
Auf den Straßen Irlands wird gefeiert. Das strenge Abtreibungsgesetz wird gelockert. Foto: Faith/afp

Dublin.In einer historischen Volksabstimmung haben sich die Iren mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit für liberalere Abtreibungsregeln ausgesprochen. Dies gab am Samstag der Wahlleiter in Dublin bekannt. Bei dem Referendum vom Freitag stimmten nach offiziellen Angaben im Wahldistrikt Galway East etwa 60,19 Prozent für die Liberalisierung.

Es stimmten wohl vor allem junge Wähler und Frauen mit überwältigender Mehrheit für die Lockerung des Abtreibungsverbots. Bei den 18- bis 24-Jährigen lag die Zustimmung zu der Verfassungsänderung demnach sogar bei rund 87 Prozent. Die Wahlbeteiligung war Berichten zufolge außergewöhnlich hoch. Rund 3,2 Millionen Iren waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

„Es sieht so aus, als würden wir Geschichte schreiben.“

Ministerpräsident Leo Varadkar

Ministerpräsident Leo Varadkar, der für eine Zustimmung der Wähler zu der Verfassungsänderung geworben hatte, schrieb nach Bekanntwerden der Prognosen auf Twitter: „Es sieht so aus, als würden wir morgen Geschichte schreiben.“ Geplant ist eine Legalisierung von Abtreibungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche.

Auf Twitter warben einige Stars für die Lockerung des Abtreibungsverbots:

Thinking of my Irish sisters #together4yes #repealthe8th

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Gefängnisstrafen für Abtreibungen sind passé

Im katholisch geprägten Irland galt bisher eines der strengsten Abtreibungsverbote der Europäischen Union. Wer dagegen verstieß, konnte mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft werden. Selbst nach einer Vergewaltigung war ein Schwangerschaftsabbruch untersagt. Tausende irischer Frauen reisten jährlich nach Großbritannien und in andere Länder, um Abtreibungen vornehmen zu lassen.

Irinnen reisten für Abtreibungen ins Ausland

Mehr als 168 700 Schwangere ließen von 1980 bis 2016 den Eingriff in Großbritannien vornehmen. Das geht aus britischen Statistiken hervor, für die die Heimatadressen der behandelten Frauen ausgewertet wurden. Auch in anderen Ländern – etwa in den Niederlanden – lassen Irinnen abtreiben. Jedoch sind die Zahlen niedriger.

Grundlage für das strikte Verbot war ein Verfassungszusatz von 1983. Demnach waren ungeborene Kinder genauso in ihrem Recht auf Leben geschützt wie ihre Mütter. Dieser Artikel soll nun wegfallen.

UN kritisierte das Abtreibungsverbot

Der UN-Menschenrechtsausschuss hatte das Abtreibungsverbot 2016 als Verstoß gegen internationale Menschenrechtsvereinbarungen kritisiert und die irische Regierung aufgefordert, es zu überarbeiten.

Vor dem Referendum hatte es eine erbitterte Debatte gegeben. Die katholische Kirche stellte sich zwar gegen die Legalisierung von Abtreibungen, hielt sich aber weitgehend zurück. In nur drei Monaten reist Papst Franziskus nach Irland. In der Hauptstadt Dublin wird er am 25. und 26. August am Weltfamilientreffen teilnehmen.

Weitere Twitterreaktionen auf das Referendum in Irland:

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