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Flüchtlinge: Für ein Leben in Würde

Zu keiner Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg gab es so viele Vertriebene wie heute. Wir dürfen nicht schweigen.
Von Prof. Heinz-Jochen Zenker

Prof. Heinz-Jochen Zenker ist Arzt.
Prof. Heinz-Jochen Zenker ist Arzt.

Menschenwürde ist nicht verhandelbar!

Nicht nur in den USA, in Brasilien, Italien, Ungarn oder Polen, auch bei uns gibt es eine zunehmende Tendenz zur Abschottung, Ausgrenzung und zum Rechtspopulismus. Wir dürfen nicht schweigen, während um uns herum Mauern und Zäune errichtet werden und Männer, Frauen und Kinder unter erbärmlichen Bedingungen in Lagern leben müssen.

In Deutschland sind in diesem Zusammenhang die sogenannten Ankerzentren zu nennen. Helfer und Helferinnen berichten von katastrophalen Zuständen dort: Unterernährung bei Kindern, ungenügende medizinische Versorgung, mangelnde Sicherheit, vor allem für Frauen und Mädchen, und das Fehlen jeglicher Perspektive oder Möglichkeit zur Integration.

Währenddessen üben sich führende Politiker weltweit in einer menschenverachtenden, manchmal unverblümt rassistischen Rhetorik und die Zivilgesellschaft sieht sich zunehmend Angriffen ausgesetzt.

Zu keiner Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg gab es so viele Vertriebene wie heute.

Die Hetze und Angstmacherei, die wir heute auf der ganzen Welt beobachten, erinnert an die düstersten Zeiten unserer Geschichte und lenkt von den wichtigen Herausforderungen ab, mit denen die Welt heute konfrontiert ist: Dazu zählen die andauernden Krisen in Syrien, im Jemen und in der Zentralafrikanischen Republik, die Massenflucht der Rohingya aus Myanmar, die immer prekäreren Lebensbedingungen von Teilen der Bevölkerung sogar in wohlhabenden Ländern und weitere Hürden, die Millionen von Menschen den Zugang zu notwendiger Gesundheitsversorgung versperren.

Zu keiner Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg gab es so viele Vertriebene wie heute. Wir haben es mit einer historischen globalen Krise zu tun. Aber anstatt von einer Flüchtlingskrise zu sprechen, sollten wir es besser eine Solidaritätskrise nennen, eine Krise der Menschenrechte.

Es kann nicht deutlich genug gesagt werden: Menschenwürde ist nicht verhandelbar und Menschenrechte sind nicht nur eine Option, sondern eine rechtlich bindende Verpflichtung, auch wenn sie heute regelmäßig unterwandert werden.

Politische Entscheidungsträger dazu müssen alles in ihrer Macht stehende tun, um jedem Menschen auf dieser Welt ein Leben in Würde zu ermöglichen.

Wir müssen jetzt handeln!

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