MyMz

Flug fällt aus? Geld zurück

Onlinedienste unterstützen Reisende, wenn beim Flug nicht alles rund läuft. Es gibt aber lukrativere Alternativen.

Foto: Nina Zeindlmeier

Fällt ein Flug aus, ist überbucht oder kommt mehr als drei Stunden zu spät an, steht Reisenden in vielen Fällen eine Ausgleichszahlung von 250 bis 600 Euro zu. Eine Möglichkeit, an das Geld zu kommen, sind Online-Dienste wie Flightright, EU Claim oder Fairplane. Was einige nicht wissen: Es gibt Alternativen, die bei Google zwar nicht auf Platz eins stehen, aber lukrativer sind.

Im Netz findet man zwei Arten von Rechtsdienstleistern. Sofortentschädiger kaufen dem Kunden den Anspruch ab und überweisen ihm sofort Geld. Andere machen die Forderung gegenüber der Fluggesellschaft geltend und zahlen erst dann an den Reisenden, wenn sie erfolgreich waren. Beide behalten 20 bis 50 Prozent der Entschädigungssumme als Honorar ein. Wenn mit „Sie bekommen bis zu 600 Euro“ geworben wird, stimmt das also nicht. Dass zudem Mehrwertsteuer abgezogen wird, wird oft erst in der Fußnote oder den AGB erwähnt. Wer sich selbst an die Airline wendet, bekommt bei Erfolg die volle Summe. Unterstützung finden Verbraucher auf selbsthilfe.evz.de, wo sie kostenlose Musterschreiben erstellen können.

Finanztest berichtete im April, dass Sofortentschädiger nur 6 von 21 Testfällen angenommen haben: Ein Picken nach einfach durchzusetzenden Rosinen. Rechtlich weniger eindeutige Fälle werden abgelehnt, was aber nicht bedeutet, dass Fluggästen hier kein Geld zusteht. Auch bei weiteren Problemen wie Gepäckverlust können viele nicht helfen.

Wer sich einem Flugrechtsdienst anvertraut, darf nicht gleichzeitig selbst oder mit einem Anwalt versuchen, an sein Recht zu kommen. Das legen einige in ihren AGB fest. Hält man sich nicht daran und schafft es alleine, den Betrag einzufordern, müsste man ihn eigentlich mit dem Portal teilen.

Wem das bewusst ist, für den können Rechtsdienstleister eine praktische Lösung sein. Wer die volle Summe möchte, kann sich aber auch an das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland oder die Schlichtungsstelle SÖP wenden. Beide sind kostenlos, ziehen also kein Honorar ab. Das EVZ hilft bei europäischen Airlines, die SÖP bei solchen, die bei ihr Mitglied sind. Weiterer Vorteil: Selbst komplizierte Fälle werden oft zugunsten des Reisenden gelöst. Die Erfolgsquote des EVZ bei Flugfällen liegt bei 75 Prozent.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht