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Für das Wohl der Patienten

Biopharmazeutika sind in vielen Therapiegebieten vertreten. Die Biotechnologie-Industrie ist wichtig für die moderne Medizin.
Michael Kahnert, Jurist

Regensburg.Mehr als die Hälfte neu zugelassener Medikamente sind mit Biotechnologie entwickelt. Es ist höchste Zeit, dies anzuerkennen. Rund 60 Prozent der Pharmaneuzulassungen in Europa waren 2018 Biopharmazeutika, also Wirkstoffe, die biotechnologisch hergestellt werden. Damit setzt sich der Trend fort. Immer mehr Arzneimittel in der Versorgung sind biotechnologischen Ursprungs, also mithilfe von lebenden Zellen hergestellt, oder bedienen sich biotechnologischer Methoden für die Entwicklung. Biopharmazeutika stellten in Deutschland 2018 einen Umsatzanteil von 27,4 Prozent (insgesamt 11,4 Milliarden Euro) dar. Sie sind mittlerweile in vielen Therapiegebieten vertreten. Die drei bedeutendsten sind Immunologie, Krebs- sowie Stoffwechselerkrankungen.

Die Gesundheitswirtschaft ist wichtig. Dies hat auch die Politik erkannt und sowohl national als auch regional sogenannte Pharmadialoge durchgeführt. In Bayern fand 2019 die zweite Auflage des bayerischen Dialoges mit der Pharma- und Biotechnologieindustrie, der bayerische Pharmagipfel, statt, dessen Ergebnisse am 10. Dezember vorgestellt wurden. Die in der Erklärung formulierten Forderungen sollen den Standort Bayern zukunftssicher aufstellen. Darunter finden sich u. a. Verbesserungen für den Einsatz neuartiger Therapien (z. B. Gen- und Zelltherapien), ein klassisches Feld der biotechnologischen Entwicklung. Auch die Bündelung der Kräfte im Kampf gegen den Krebs adressiert eine biotechnologische Domäne.

Die Ergebnisse und Forderungen des bayerischen Pharmagipfels sind aus Branchensicht ausdrücklich zu begrüßen. Trotz der großen Bedeutung der biotechnologischen Therapeutika werden die Interessen der kleinen und mittleren Biotechnologie-Unternehmen leider immer noch nicht ausreichend berücksichtigt. Aber sie sind die Treiber der Forschung in diesem Bereich. Um die 50 Prozent der Innovation der Pharmaindustrie stammt aus Kooperationen mit Biotechnologieunternehmen. Die Bruttowertschöpfung der medizinischen Biotechnologie in Deutschland liegt bei 11 Milliarden Euro und einem Anteil von 13 Prozent an der gesamten industriellen Gesundheitswirtschaft.

Die Biotechnologie-Industrie ist unabdingbar für die moderne Medizin. Dies entsprechend anzuerkennen ist wichtig. Denn nur so kann das Potenzial dieser Schlüsseltechnologie voll und ganz zum Wohl der Patientinnen und Patienten ausgeschöpft werden.

Der Autor ist Justiziar bei Biotechnologie-Industrie-Organisation BIO Deutschland e. V.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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