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Fusion von SPD und Linke gefordert

Ex-Kanzlerkandidat Lafontaine will die beiden Parteien vereinen. Seine Frau Wagenknecht zeigt sich weniger begeistert.

Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine haben unterschiedliche Zukunftspläne mit der Linken. Foto: Britta Pedersen
Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine haben unterschiedliche Zukunftspläne mit der Linken. Foto: Britta Pedersen

Berlin.Er war Ministerpräsident, Parteivorsitzender, Finanzminister und Kanzlerkandidat der SPD, bis er sich mit der Partei überwarf: Oskar Lafontaine. 2005 schloss er sich dann der Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit (WASG) an. Diese mündete später in die Linkspartei, welche der SPD zahlreiche Stimmen kostete.

Heute fordert der 75-Jährige, dass die Linkspartei und SPD fusionieren. Das will das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) aus dem Umfeld Lafontaines erfahren haben. Der Fraktionsvorsitzende der Linken im saarländischen Landtag soll diese Haltung intern schon seit Längerem vertreten. Er sei aber der Meinung, dass die Zeit dafür noch nicht reif sei. Demnach vermisst er in beiden Parteien das Personal, das eine Fusion vorantreiben könnte.

Lafontaine bedauert Zustand der SPD

Der Vorsitzende der Internationalen Kommission der Linken und langjährige Lafontaine-Vertraute Heinz Bierbaum sagt dazu dem RND: „Er hat mit der Bewegung Aufstehen versucht, auf die Sozialdemokratie einzuwirken. Das hat nicht so geklappt, wie er sich das vorgestellt hat. Aber er wird an diesem Gedenken festhalten.“

Lafontaine bedauere aber, in welchem Zustand sich die SPD derzeit befindet. „Deshalb liegen solche Überlegungen bei ihm sehr nahe“, so Bierbaum. Auch der Vorsitzende der Internationalen Kommission der Linken zeigt Interesse an der Idee einer Fusion der SPD mit der Linken.

Wagenknecht blockt Idee nicht gänzlich ab

Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag und Lafontaines Ehefrau Sahra Wagenknecht zeigt sich von der Idee aber weniger begeistert: „Wenn man die SPD, von der die Wähler aktuell nicht wissen, wofür sie eigentlich steht, mit der heutigen Linken, in der wichtige Strategiefragen ebenfalls ungeklärt sind, einfach zusammenwirft, kommt ganz sicher kein Erfolgsprojekt heraus“, sagt sie dem RND.

Ganz abblocken will sie die Idee aber nicht. Die SPD brauche aber erstmal einen „echten Neuanfang“ und müsse sich von der Agenda 2010 verabschieden. „Dann kann man über vieles nachdenken“, erklärt Wagenknecht. (am)

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