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Gesundheit

Gefährlicher Klumpen im Blut: Thrombose

Die Krankheit kann jeden treffen und verläuft oft tödlich. Daher ist es wichtig, die Symptome richtig zu deuten.
Von Rupert Bauersachs

Prof. Dr. Rupert Bauersachs ist Leiter des Aktionsbündnis Thrombose, Klinik für Gefäßmedizin, Direktor Angiologie, Darmstadt.
Prof. Dr. Rupert Bauersachs ist Leiter des Aktionsbündnis Thrombose, Klinik für Gefäßmedizin, Direktor Angiologie, Darmstadt.

Berlin.In Deutschland sterben mehr Menschen an den Folgen einer Venenthrombose als durch Verkehrsunfälle, HIV, Prostata- und Brustkrebs zusammen. Trotzdem ist das Wissen in der Bevölkerung um die Krankheit relativ gering. Am heutigen Freitag ist Welt-Thrombose-Tag: Ausgerufen von der Internationalen Gesellschaft für Thrombose und Hämostase (ISTH) soll an diesem Tag auf die gefährliche Krankheit Thrombose aufmerksam gemacht werden.

Was macht die Thrombose so gefährlich? Bei der Venenthrombose handelt es sich um ein Blutgerinnsel, meist in den Beinvenen. Löst es sich und wandert über das Herz in die Lunge, kann es dort eines der Lungengefäße verschließen und so zu einer Lungenembolie werden, die nicht selten tödlich verläuft. Das Gefährliche ist, dass die Thrombose häufig unbemerkt bleibt und Symptome nicht richtig gedeutet werden.

Zu den klassischen Symptomen gehören beispielsweise ein Spannungsgefühl in der Wade sowie Schmerzen, die einem Muskelkater ähnlich sind, allerdings deutlich länger anhalten. In der Regel wird das Bein auch dick oder verfärbt sich rötlich, weil sich dort mehr Blut befindet. Wer nicht weiß, dass es sich dabei um Symptome für eine Thrombose handeln kann, tut all das schnell als Lappalie ab.

Wichtig zu wissen ist: Eine Thrombose kann jeden treffen. Zwar steigt das Risiko zu erkranken im Alter enorm, es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die Thrombosen auch bei jungen Menschen begünstigen: die Einnahme der Pille, eine Schwangerschaft, Operationen, eine vererbte Blutgerinnungsstörung aber auch Situationen wie Langstreckenflüge oder ein geschientes oder gegipstes Bein. Gerade bei jungen und gesunden Patienten werden thromboembolische Ereignisse häufig fehldiagnostiziert. Aus diesem Grund klärt das Aktionsbündnis Thrombose die Öffentlichkeit und die Ärzteschaft über diese Erkrankung auf.

Auf Flügen oder Busreisen, die länger als vier Stunden dauern, kann und sollte man zwischendurch bestimmte Übungen machen, um einer Thrombose vorzubeugen. Auch spezielle Strümpfe können sinnvoll sein. Kaffee und Alkohol sollte man hingegen meiden, sie entziehen dem Körper Wasser. In anderen Situationen wie nach einer OP oder mit Gips sollte je nach Risiko der Patienten zusätzlich eine Thromboseprophylaxe wie Heparinspritzen zum Einsatz kommen. Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung, einem normalen Körpergewicht und ohne zusätzliche Risikofaktoren wie etwa Zigarettenkonsum wirkt sich ebenso positiv aus. Aber auch er kann das Thromboserisiko nicht gänzlich auslöschen.

Das Aktionsbündnis Thrombose initiiert seine Aufklärungskampagne, um auf die Risiken von Venenthrombose und Lungenembolie hinzuweisen. Sie soll das öffentliche Bewusstsein für Prävention, Diagnose und Therapie schärfen, damit weniger Menschen an den Folgen einer Thrombose sterben.

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