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Tiere

Geschäfte der Welpenmafia

Hunde werden wie Massenware produziert und auf eine Tortur geschickt. Jeder Tierfreund kann etwas dagegen tun.
Denise Schmidt

Denise Schmidt ist Kampagnenleiterin bei Vier Pfoten Deutschland.
Denise Schmidt ist Kampagnenleiterin bei Vier Pfoten Deutschland.

München.Es ist erst wenige Tage her, seitdem ein gestoppter Transporter mit knapp 100 Hunde- und Katzenbabys Schlagzeilen machte. Schon folgt der nächste Fall von illegalem Welpenhandel: In Pfaffenhofen beschlagnahmte das Veterinäramt drei nicht geimpfte aus Bulgarien importierte Hundewelpen, die auf eBay-Kleinanzeigen zum Kauf angeboten wurden.

Was nach traurigen Einzelschicksalen klingt, ist ein Millionengeschäft, dem Welpen, Muttertiere und ahnungslose Käufer zum Opfer fallen. Reinrassige Hunde werden wie Massenware produziert und viel zu früh von ihren Müttern getrennt, um sie in stickigen Kisten quer durch Europa zu transportieren. Die Welpen, die diese Tortur überleben, sind weder geimpft, noch gechippt oder entwurmt. Stattdessen sind sie traumatisiert und mit Parasiten und anderen, teils tödlichen Krankheiten infiziert.

Die meisten der illegal importierten Welpen werden über Internet-Plattformen wie eBay Kleinanzeigen verkauft. Kriminelle Händler brauchen nur eine E-Mail-Adresse, um die Tiere anzubieten. Der Käufer muss dem Verkäufer blind vertrauen, eine Verifizierung der persönlichen Daten und Angaben zum Tier findet in der Regel nicht statt. Seriöse Züchter sind kaum erkennbar. Für Rückfragen stehen die kriminellen Händler nach dem Kauf meist nicht mehr zur Verfügung, sondern setzen ihr Geschäft mit neuen Profilen und E-Mail-Adressen fort.

Wer kann dieses Millionengeschäft stoppen? Jeder Einzelne! Hundeliebhaber sollten sich zunächst im lokalen Tierheim nach einem Hund umsehen. Die Anbieter, insbesondere eBay Kleinanzeigen, müssen Transparenz und Sicherheit bei ihren Anzeigen gewährleisten. Zentral ist dabei die Einführung einer verpflichtenden Identitätsprüfung (zum Beispiel durch Angabe der Bankverbindung), mit der kriminelle Händler strafrechtlich verfolgt werden können. Schließlich ist der Gesetzgeber gefragt, umfassende Rahmenbedingungen zu schaffen, die den illegalen Welpenhandel als eigenen Strafbestand konsequent bewerten.

Tiere sind keine Ware, die wie in einem Online-Shop rund um die Uhr verfügbar sind. Es sind fühlende Wesen, deren Fürsorge sowohl Zeit als auch Engagement erfordert. Ein Klick ist schnell gemacht – die Verantwortung für einen Hund trägt man jahrelang.

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