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Politik
Donnerstag, 19. Juli 2018 30° 1

Grüne Woche

Große Bühne für Tierrechte

Tierschützer nutzen die Grüne Woche, um gegen die Perversionen der Massentierhaltung zu protestieren.
Jan Peifer

Jan Peifer ist geschäftsführender Vorstand des Deutschen Tierschutzbüro e.V..
Jan Peifer ist geschäftsführender Vorstand des Deutschen Tierschutzbüro e.V..

Berlin.Morgen startet in Berlin die Internationale Grüne Woche, eine Agrarmesse, auf der sich primär Landwirtschaftsfirmen und Tierhalter präsentieren. Es werden wie jedes Jahr Neuheiten und Trends vorgestellt und die Lobbyisten der Nutztierindustrie feiern sich gegenseitig mit den neuesten Perversionen der Tierausbeutungsmaschinerie. Seit Jahren gibt es von Tierschützern und Tierrechtlern Proteste gegen die Veranstaltung und so wird fast schon traditionell der Eröffnungsrundgang von Aktivsten des Deutschen Tierschutzbüros gestört. Die Tierrechtler nutzen die große Bühne, um ihre Forderung für mehr Tierrechte öffentlich zu machen.

So wurden in den letzten Jahren die Abschaffung der Massentierhaltung sowie das Ende der generellen Tierausbeutung gefordert. Auch wurden unter dem Motto „Siegel bringen nichts“ die Tierwohl-Siegel auf Fleischverpackungen kritisiert, die bis heute keinem Tier auch nur annähernd Hilfe abschaffen konnten. Gerade selbst gestaltete und sich selbst von der Industrie verliehene Siegel auf den Fleisch- und Wurstverpackungen suggerieren dem Verbraucher, dass die Tiere artgerecht gehalten werden. Doch meist ist genau das Gegenteil der Fall. Denn diese Siegel prangen vor allem auf Verpackungen von großen Fleischkonzernen, die die Tiere in Massen halten, ohne Auslauf. Noch immer werden Hühner in Käfigen gehalten, Ferkel betäubungslos kastriert und Kälbern die Hörner ausgebrannt. Aus Tierschutzsicht sind alle diese Haltungen und Praktiken Tierquälerei, dennoch sind sie immer noch gängige Praxis.

Immer wieder beteuert die Landwirtschaftsbranche, dass sie die Tiere artgerecht hält, doch die Skandale aus den letzten Wochen und Monaten zeigen auf, dass dies nicht der Fall ist. So haben Tierrechtler verschiedener Organisationen aufgezeigt, wie kranke Ferkel totgeschlagen werden, statt sie tierärztlich versorgen zu lassen. Ein verbotener Vorgang, in der Ferkelzucht aber leider durchaus üblich. Letztlich geht es den Landwirten, Züchtern und Mästern um Profit und Geld und es ist billiger, ein krankes Ferkel auf dem Boden totzuschlagen, statt einen Tierarzt zur Hilfe zu rufen. Profit auf Kosten der Tiere. Umfragen zeigen, dass fast alle Konsumenten Massentierhaltung als Tierquälerei ansehen, dennoch werden die Produkte in rauen Mengen gekauft. Es fehlt weiterhin an einem Verbot der irreführenden Werbung auf Verpackungen im Supermarkt, zudem müssen Verbraucher besser informiert werden.

Der Verbraucher hat die Macht und sollte diese auch nutzen. Wenn die Produkte nicht mehr gekauft werden, werden auch keine Schweine, Kühe und Puten mehr gezüchtet, gemästet und geschlachtet. Damit hätte die Tierquälerei ein Ende!

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