mz_logo

Politik
Montag, 25. Juni 2018 23° 3

Aschermittwoch

Grüne wollen regieren

In Landshut haben der grüne Shootingstar Robert Habeck und die Spitzenkandidaten Aufbruchstimmung verbreitet.
Von Marion Koller

 Katharina Schulze (l.) und Ludwig Hartmann, das Spitzenduo von Bündnis 90/Die Grünen für die bayerische Landtagswahl 2018, und der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, halten auf dem politischen Aschermittwoch der Partei ein Plakat mit der Aufschrift „... und das ist erst der Anfang.“ in Händen. Foto: Andreas Gebert/dpa
Katharina Schulze (l.) und Ludwig Hartmann, das Spitzenduo von Bündnis 90/Die Grünen für die bayerische Landtagswahl 2018, und der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, halten auf dem politischen Aschermittwoch der Partei ein Plakat mit der Aufschrift „... und das ist erst der Anfang.“ in Händen. Foto: Andreas Gebert/dpa

Landshut.3 Die Grünen in Landshut: Shootingstar Robert Habeck stimmt die Basis auf den Erfolg ein. „Bayern gehört nicht der CSU.“ Leicht verknautscht und übernächtigt sieht Robert Habeck, Bundeschef der Grünen, beim Politischen Aschermittwoch der bayerischen Grünen im Landshuter Bernlochner-Saal aus. Vor allem auf den Star der Partei warten die Journalisten und mehrere hundert Zuhörer. Der 48-Jährige, im lässigen schwarzen Anzug und T-Shirt, hetzt von Mikrofon zu Mikrofon, um alle Interviewwünsche zu erfüllen. Er ist der populärste Grüne – und das überrascht nicht. Habeck erreicht die Menschen. Er spricht emotional, reiht Bilder und Slogans aneinander, die jeder versteht. „Grün ist das neue Blau-Weiß“, verkündet er. Bayern gehöre nicht der CSU, sondern den Leuten, die sich einmischen – und der Demokratie. Wie die Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Katharina Schulze und Ludwig Hartmann, schwört Habeck die Basis auf einen starken Wahlkampf und das Mitregieren ein.

„Die Grünen haben immer gespürt, dass es ein gesellschaftliches Denken gibt, das sich nicht in der Politik widerspiegelt.“ Habeck fordert, mehr Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen – für gesunde Flüsse, Bio-Landwirtschaft. In Bayern stehe die schwierigste Wahl bevor, doch hier existiere großes Potenzial: Dickschädeligkeit, Weltoffenheit und Veränderungsbereitschaft. Es gebe eine Menge zu tun, weil viel vergeigt wurde, vom Breitbandausbau bis zur Energiewende. Über die CSU spottet er: „Jetzt haben sie vielleicht ihr Ziel erreicht, ein Heimatministerium in Berlin. Horst Seehofer wird dahin abgeschoben. So fühlt es sich an, abgeschoben zu werden.“ Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sei der Ramsay Bolton – ein grausamer Darsteller in der Serie „Game of Thrones“ – der CSU.

Ludwig Hartmann geht stärker auf Inhalte ein, schafft ebenfalls begreifbare Bilder fürs Publikum, indem er mehrmals Szenen aus der Kindheit beschreibt, etwa den Milchpulverkauf nach dem GAU in Tschernobyl. Mit der CSU geht der eloquente Redner scharf ins Gericht, wirft ihr den Bayern-Ei-Skandal, die „Turbolandwirtschaft“ und Flächenfraß vor. „Sie verwandelt das Land in ein Gewerbegebiet mit Autobahn. Da hilft der blaue Himmel auch nichts mehr.“

Die zweite Spitzenkandidatin Katharina Schulze, die im tiefblauen Kleid auftritt, ist eine fulminante Rednerin. Sie rockt den Saal. Energisch sagt die Powerfrau der CSU den Kampf an, die sich mit Europafeinden einlasse, die Reichsbürger nicht klar als „rechtsextreme Kriminelle“ deklariere und beim Familiennachzug einen lauwarmen Kompromiss unterstützt habe. „Wir müssen die CSU in die Opposition schicken. Opposition macht bekanntlich kreativ.“ Die 32-Jährige verlässt die Bühne unter schallendem Applaus – und greift nach einer Maß Bier.

Politischer Aschermittwoch 2018
Aschermittwoch 2018: Die stärksten Zitate

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht