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Sicherheit

Handy am Steuer – unterschätze Gefahr

Es sollte jedem bewusst sein, dass Ablenkung durch Smartphones oder andere Kommunikationsmittel fatale Folgen haben kan

Marita Manger, Präsidentin des Automobilöclubs Kraftfahrerschutz e.V. (KS)
Marita Manger, Präsidentin des Automobilöclubs Kraftfahrerschutz e.V. (KS)

Regensburg.Der wichtigste Faktor für die Verkehrssicherheit ist und bleibt der Mensch. Ein hohes Maß an Verantwortung und Regelbewusstsein, aber auch die richtige Einschätzung der eigenen Fähigkeiten sind daher für eine weitere Senkung der Verkehrstoten Richtung Null unabdingbar. Immerhin geht heute jeder zehnte Verkehrstote auf einen Unfall durch Ablenkung zurück. Denn wer am Steuer telefoniert oder sogar Textnachrichten verfasst, kann sich nicht auf den Straßenverkehr konzentrieren, nicht rechtzeitig auf unmittelbare Ereignisse reagieren und gefährdet dadurch sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer.

Gleichwohl gehört der telefonierende Autofahrer ebenso wie der Kurznachrichten eintippende Lenker mit dem Handy in der Hand bedauerlicherweise nach wie vor zum gängigen Bild im Verkehrsgeschehen. Und das, obwohl jedem klar ist: Eine kurze Unaufmerksamkeit genügt und schon ist es passiert. Umfragen zeigen zudem, dass nahezu jeder zweite Autofahrer schon einmal durch Ablenkung in eine „brenzlige“ Situation geraten ist.

Heute passiert dies vor allem durch eine zu lange Blickablenkung durch Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungsmittel während der Fahrt. Kein Wunder, bedenkt man, dass nicht nur die Zahl der Smartphones in den vergangenen Jahren rasant gestiegen ist, sondern auch die im Fahrzeug verbauten Geräte und Systeme. Gerade Aufgaben mit hohen visuell-motorischen Anforderungen wie Lesen und Eingeben von längeren Texten beeinträchtigen die Leistung der Fahrer stark, und können fatale Folgen haben. Zwar arbeitet die Branche bereits mit Hochdruck daran, das Blickablenkungsrisiko während der Fahrt so gering wie möglich zu halten. So gehören situative Funktionsunterdrückung, wie Deaktivierung von manuellen Zieleingaben, Sperren von Textnachrichten oder Bildschirmabdunkelung während der Fahrt, ebenso wie Sprachsteuerung, Vorlesefunktion und Head-up-Display mehr und mehr zur Standardausstattung moderner Geräte und Fahrzeuge. Dennoch ist es erst ein Anfang.

Insofern befürworten wir voll und ganz die Initiative des Gesetzgebers, der eine neue Verordnung des sogenannten „Handyverbots“ in der Straßenverkehrsordnung (StVO) auch auf andere Kommunikationsgeräte ausdehnen will. Auch wir vom Automobilclub Kraftfahrer-Schutz e.V. (KS) als drittgrößtem Automobilclub in Deutschland, für die das Thema Verkehrssicherheit seit jeher im Fokus steht, haben uns deshalb in diesem Jahr unter anderem an der Aktion „BE SMART – Die bundesweite Verkehrssicherheitskampagne gegen das Handy in der Hand am Steuer“ beteiligt. Denn wir wissen alle: Wer bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h nur zwei Sekunden abgelenkt wird, ist knapp 30 Meter im Blindflug unterwegs und steigert somit das Unfallrisiko massiv.

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