mz_logo

Politik
Sonntag, 22. April 2018 27° 2

Extremismus

Hass-Attacke: Berliner Wirt antisemitisch beschimpft

Wie aus dem Nichts attackiert ein Passant in Berlin mit heftigen Worten einen israelischen Restaurantbesitzer. Das Video zu dem Vorfall sorgt für Empörung.

  • Demonstranten verbrennen am 10.12.2017 eine selbstgemalte Fahne mit einem Davidstern in Berlin im Stadtteil Neukölln. Foto: Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V./dpa
  • Ein Davidstern in einem Regal in einem jüdischen Restaurant. Foto: Oliver Killig/Symbolbild
  • Restaurantbesitzer Feinberg (L) zusammen mit dem israelischen Botschafter in Berlin, Jeremy Issacharoff. Foto: Jörg Carstensen

Berlin.Ein israelischer Wirt ist vor seinem Restaurant in Berlin von einem Passanten minutenlang antisemitisch beschimpft worden. Der 60-jährige Verbalangreifer wurde vorübergehend festgenommen, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ein Video von dem Vorfall im bürgerlichen Stadtteil Schöneberg wurde ins Internet gestellt und rief breite Empörung hervor. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) rief dazu auf, sich solchen Ausfällen entgegenzustellen. Der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff besuchte demonstrativ das Restaurant und stärkte dem Betreiber den Rücken.

Der von einer Freundin des Wirts gefilmte Vorfall ereignete sich bereits am Dienstag. Das Video zeigt, wie der Mann zunächst den Umgang Israels mit Palästinensern kritisiert und sich dann immer mehr in Hass steigert. Die Polizei ermittelt gegen ihn wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Widerstands gegen Polizisten. Er ist der Polizei bekannt, allerdings wegen anderer Delikte. Nähere Angaben wurden nicht gemacht.

Der Restaurantchef, der 36-jährige Yorai Feinberg, sagte am Donnerstag, die Beschimpfungen seien „nur die Spitze des Eisbergs“. Sein Lokal bekomme monatlich im Durchschnitt zwei Hassmails.

Maas schrieb im Internetdienst Twitter: „Auch dieser völlig unfassbare und unentschuldbare Vorfall in Berlin zeigt: Wir alle müssen uns antisemitischer Hetze engagiert und mutig entgegenstellen.“ Und: „Den Brandstiftern dürfen wir nie das Feld überlassen. Denn erst kommen die Worte, dann die Taten.“

Botschafter Issacharoff forderte während eines Besuchs bei Feinberg klare Haltung. „Es ist wichtig, dass man angesichts solcher Vorfälle sofort handelt und null Toleranz zeigt.“ Der Botschafter lobte Feinberg für seine Reaktion. Er habe großen Mut an den Tag gelegt, sich gegen diese Anfeindung zu wehren.

Laut Polizei hatte Feinberg mit der Freundin vor seinem Restaurant im Zentrum des Berliner Westteils gestanden, als der Passant an sie herantrat. Feinberg hielt schließlich einen Streifenwagen an, der zufällig vorbeikam. Die Polizisten legten dem aggressiven Mann Handfesseln an und nahmen ihn zunächst mit. Laut Polizei beleidigte dieser auch die Beamten.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht