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Her mit der Extrarente

Wer im Alter ausreichend abgesichert sein will, muss ergänzend privat vorsorgen. Das ist derzeit nicht leicht.
Von Dorothea Mohn

Finanzexpertin Dorothea Mohn
Finanzexpertin Dorothea Mohn

Die gesetzliche Rentenversicherung ist die wichtigste Säule der Altersvorsorge. Doch wer im Alter ausreichend abgesichert sein will, muss ergänzend privat vorsorgen. Leider werden Verbrauchern momentan meist teure, unrentable und unflexible Rentenversicherungen angeboten. Davon profitiert vor allem die Versicherungswirtschaft.

Die Menschen müssen mit einer guten Anlage vorsorgen, damit sie im Alter mehr Geld in der Tasche haben. Anbieter und Vertriebe von Rentenversicherungen wie der Riester-Rente versprechen Verbrauchern Sicherheit. Doch diese Garantien kosten viel Geld und passen nicht zu den langen Anlagezeiträumen einer Altersvorsorge. Im Ergebnis führen sie dazu, dass die langfristige Entwicklung der Kapitalmärkte kaum für die private Vorsorge genutzt wird. Stattdessen kommt die Wertschöpfung von Unternehmen vor allem Profianlegern zu Gute.

Ein weiterer Knackpunkt sind die hohen Kosten für die Verwaltung der Verträge und die hohen Abschlussprovisionen der Vertriebe. Diese verringern die sowieso schon geringe Rendite weiter. Riestern kann sich für den Einzelnen zwar lohnen, oft aber erst wegen der hohen Zulagen. Letztlich sind es Steuergelder, die die schlechte Bilanz vieler Verträge schönen.

Die Lösung könnte ein öffentlich-rechtlich organisiertes Standardprodukt für die private Altersvorsorge sein. Der vzbv schlägt ein solches Modell mit dem Namen Extrarente vor. Damit die heute Berufstätigen später genug Geld haben, ist eine kostengünstige und gewinnbringende Anlage entscheidend. Verbraucher sollen über ihren Arbeitgeber automatisch in die Extrarente einbezogen werden und könnten ab dem Renteneintritt frei über ihr Geld verfügen.

Auch Selbstständige sollen einzahlen können. Ein Vorteil ist die Kosteneffizienz: Ein öffentlicher Träger organisiert die Kapitalanlage bei der Extrarente durch Ausschreibungen und verfolgt keine eigenen Gewinninteressen. Stattdessen ermittelt und beauftragt er die besten und günstigsten Kapitalverwalter. So sinken die Kosten massiv. Allein dadurch fällt die spätere Rente deutlich höher aus, als bei heute üblichen Angeboten. Jetzt ist die Bundesregierung gefragt: Kommt ein Gesetzentwurf zur Reform der privaten Altersvorsorge noch in diesem Jahr, könnten Verbraucher bereits ab 2022 mit der Extrarente vorsorgen.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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