MyMz

Kirchenmusik

Jubiläum einer großen Königin

Seit zehn Jahren begeistert die Regensburger Domorgel Besucher aus aller Welt.
Von Andreas Meixner

Domorganist Franz Josef Stoiber am Spieltisch der Domorgel, die ihr Jubiläum feiert  Foto: Michael Vogl
Domorganist Franz Josef Stoiber am Spieltisch der Domorgel, die ihr Jubiläum feiert Foto: Michael Vogl

Regensburg.Sie ist ein spektakulärer Anblick: die Rieger-Orgel oben im nördlichen Seitenschiff des Regensburger Doms. 40 Tonnen hängen an vier Drahtseilen. Bis heute ist sie die größte freihängende Orgel der Welt. 80 Register und 5871 Pfeifen stehen dem Domorganisten Prof. Franz Josef Stoiber zur Verfügung, um das Instrument zum Erklingen zu bringen.

Die Orgel ist sein Baby, von der ersten Planungsphase bis zur abschließenden Intonation konnte der 60-Jährige dem Instrument seinen persönlichen Fingerabdruck geben. Das Ergebnis wurde 2009 von der Fachwelt gefeiert: Eine Orgel mit Charakter und reicher Klanglichkeit, mit der alle Stilformen machbar sind. Stoiber spricht dabei liebevoll von einem „französischen Zungenschlag“ des Instruments, den letzten Schliff erhielt der Klang natürlich auch von einem französischen Intonateur. Und natürlich spielt der Raum des Doms eine gewaltige Rolle. Die fast zentrale Positionierung des Instruments im Dom, die geringe Tiefe der Querhäuser und die beinahe „wandlose“ gotische Architektur geben der Orgel ihren eigentlichen Resonanzraum.

Am 22. November 2009 wurde die Orgel gesegnet. Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren wird Franz Josef Stoiber am Sonntag, 24. November um 17 Uhr das Festkonzert zum Jubiläum spielen. Neben Werken von Johann Sebastian Bach, Josef Renner und Max Reger wird er in einer improvisierten Orgelsuite zum Thema „Nun danket alle Gott“ und einer Fantasie und Fuge über „Gelobt seist Du, Herr Jesu Christ“ das Instrument in seiner gesamten Klangvielfalt präsentieren. In den darauffolgenden Orgelmusiken zur Adventszeit (immer freitags um 17 Uhr) werden – neben den Nachwuchsorganisten Julian Beutmiller und Sebastian Greß – mit Klemens Schnorr und Peter Planyavsky zwei internationale Größen des Orgelspiels gastieren, ehe der Domorganist selbst am 20. Dezember die Festkonzertreihe beschließt.

Übrigens: Einen Alltag oder Routine am Spieltisch im Dom gibt es für Stoiber nicht. „Es ist für mich immer ein Fest, dieses Instrument spielen zu dürfen. Dabei spielt der Anlass keine Rolle. Auch der gewöhnliche Sonntag im Jahreskreis ist für mich genauso mit Freude erfüllt, wie die Christmette oder die Konzerte.“

Zum Juwel wird sein Arbeitsplatz in nächtlichen Übungs-Stunden, wenn ihm ganz alleine der Dom gehört, oder wenn morgens und abends das bunte Licht der Glasfenster in überirdischen Farben den Raum flutet. Dann wird ihm immer die privilegierte Stellung in 15 Meter Höhe bewusst. Für einen Organisten gibt es in Regensburg wohl keinen schöneren Ort.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht