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Jugendherbergen: Modern und menschlich

Die deutschen Jugendherbergen sind auch nach mehr als 110 Jahren erfolgreich. Das liegt daran, das Trends genutzt werden.
Bernd Dohn ist Hauptgeschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerkes.

Bernd Dohn ist Hauptgeschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerkes.

Wenn Medien über Jugendherbergen berichten, beginnt jeder zweite Text mit dem Verweis auf vergangene Jahrzehnte. Knarrende Betten, der Geruch von Bohnerwachs und der berühmte rote Tee werden gern in Erinnerung gerufen. Die Realität sieht heute anders aus. Denn trotz seiner langen Tradition ist es dem Deutschen Jugendherbergswerk gelungen, sich immer wieder neu zu erfinden. Aufkommende Trends wurden erkannt und für die praktische Arbeit genutzt.

Heute zählen Surfkurse, Reiten, Klettern im hauseigenen Hochseilgarten und Schreibseminare für angehende Blogger zu den beliebten Familienangeboten. Immer mehr Jugendherbergen präsentieren sich nachhaltig und inklusiv. Das Thema Inklusion ist zu einem wichtigen Kriterium bei Um- und Neubauten geworden. Jüngstes Beispiel ist die 2017 eröffnete Jugendherberge Bayreuth. Menschen mit Behinderung finden hier optimale Bedingungen für einen angenehmen Aufenthalt vor. Darüber hinaus werden auch Mitarbeiter mit Einschränkungen beschäftigt. Ihre Arbeitsplätze wurden eigens im Blick auf ihre Bedürfnisse konzipiert.

In diesem Jahr wurde auch die Modernisierung und Erweiterung der Jugendherberge Freiburg abgeschlossen. Jetzt sind vorwiegend Zwei- und Vierbettzimmer mit Dusche und WC vorhanden. Sport wird in der Jugendherberge Bad Tölz großgeschrieben. Neben einem Aktiv-Parcours im Außenbereich wurde zu Beginn dieses Jahres eine Multifunktionshalle für effektives Bewegungstraining eröffnet.

In Deutschland existiert ein so dichtes Netz von Jugendherbergen, das weltweit einzigartig ist. Schulklassen Gruppen, Jugendliche und junge Familien zählen zu den wichtigsten Nutzern der gemeinnützigen Jugendherbergen. Inhaltliche Programmangebote sowie ein gästeorientierter Service sind die Antwort auf die Frage, warum die Jugendherbergen auch nach mehr als 110 Jahren so erfolgreich sind. Moderne Gebäude sind wichtig, entscheidend ist jedoch die menschliche Atmosphäre. Nicht umsonst lautet das Motto: „Gemeinschaft erleben“. Dies wird so bleiben, denn Jugendherbergen sind eine starke Marke auf dem Weg in die Zukunft.

Und wer mag, kann in Jugendherbergen auch weiterhin den Hagebuttentee erhalten – neben einem Dutzend weiterer Sorten.

Der Autor ist Hauptgeschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerkes.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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