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Politik
Mittwoch, 18. Juli 2018 29° 6

Kommentar

Kanzlerin ohne Leidenschaft

Ein Kommentar von Reinhard Zweigler

Viel war von Angela Merkels gestriger erster Regierungserklärung nach ihrer vierten Wahl zur Kanzlerin erwartet worden. Geliefert hat die alte und neue Regierungschefin vieles. Eine Mischung aus einem Weiter so, einigen neuen Akzenten und einem trotzigen Wir-schaffen-das-doch! Merkel erneuerte ihre Aussage, der Islam-gehöre-auch-zu-Deutschland. Und sie räumte Fehler und Fehleinschätzungen ein.

Allerdings: Wer Leidenschaft, Aufbruchstimmung und kühne Visionen erwartet hatte, wurde enttäuscht. Merkel wird auch in ihrer vierten Amtszeit die solide, die berechenbare, aber zugleich etwas unterkühlte Regierungschefin bleiben. Damit ist Deutschland, betrachtet man etwa die nüchternen Wirtschaftsdaten, ziemlich gut gefahren. Doch auf das Brodeln, die aufgewühlten Debatten im Land, um die Flüchtlings- und Integrationspolitik, um Diesel- und Datenskandale und anderes mehr, gab Merkel nur die bekannten, fast buchhalterischen Antworten. Sie wolle die Spaltung der Gesellschaft überwinden, neuen Zusammenhalt und neues Vertrauen schaffen. Ein bisschen konkreter hätte es die Kanzlerin schon machen können.

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