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Killer-Roboter verbieten

Künstlich intelligente Roboter könnten in Zukunft Kriege führen und über Menschenleben entscheiden. Das darf nicht passieren.
Von Thomas Küchenmeister, Vorstand

Thomas Küchenmeister ist geschäftsführender Vorstand von Facing Finance e. V. (Foto: Tina Küchenmeister).
Thomas Küchenmeister ist geschäftsführender Vorstand von Facing Finance e. V. (Foto: Tina Küchenmeister).

Sie haben vielleicht schon von autonomen Waffen gehört. Man nennt sie auch Killer Roboter. Sie sollen in zukünftigen Kriegen – ausgestattet mit künstlicher Intelligenz (KI) – den Menschen die Entscheidung über Leben und Tod abnehmen. Nimmermüde Kriegsmaschinen, die sich weder von Anteilnahme noch Reue beeinflussen lassen, sollen einmal Kriege schneller, „intelligenter“ und „sauberer“ führen. Das Sterben der Soldaten hätte ein Ende, unbeteiligte Zivilisten blieben verschont, lediglich ein Haufen Elektroschrott könnte auf den Schlachtfeldern der Zukunft zurückbleiben, so glauben die Anhänger der Roboter-Kriegsführung.

Aber stimmt das? Ist es nicht eher so, dass autonome Killer Roboter ein unkalkulierbares Risiko darstellen, weil sie weder die Folgen ihrer Aktionen abschätzen können noch Verantwortung für das eigene Tun übernehmen? Sie kennen weder Menschenrechte noch beachten sie das Völkerrecht. Sie können nicht zwischen richtig oder falsch, Freund oder Feind unterscheiden, davor warnen jedenfalls seit Jahren tausende Wissenschaftler und fordern ein Verbot.

Zu Recht, denn es gibt bereits Sensor-Waffen mit autonomen Fähigkeiten, die eigenständig ihre Ziele finden und zerstören können, ohne dass der Mensch daran noch beteiligt ist. Zukünftig wird dann die KI dafür sorgen, Panzer, Raketen oder Drohnen mehr und mehr zu eigenständigen, unkontrollierten, autonomen Tötungsmaschinen zu machen, die einzeln oder vernetzt in riesigen Schwärmen agieren und töten können.

Unbeeindruckt davon wurden jetzt nach jahrelangen Gesprächen das Ende der Bemühungen, Killer Roboter zu verbieten, auf einer UN Konferenz eingeläutet. Einige wenige Staaten, allen voran Russland, China und die USA, wollen diese Waffen unbedingt haben, weil sie sich militärische und technologische Vorherrschaft versprechen. Aber auch Deutschland war nicht bereit, über ein verbindliches Verbot zu verhandeln. Doch der Preis ist hoch. Wenn es uns nicht gelingt, Killer Roboter zu verbieten und unsere KI Forschung so zu regulieren, dass deren Nutzung nur friedlichen Zwecken dient, wird über kurz oder lang die Menschheit die Entscheidungsgewalt über Leben und Tod und vielleicht sogar ihr Überleben an die neuen Massenvernichtungswaffen verlieren.

Der Autor ist geschäftsführender Vorstand von Facing Finance e. V..

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion

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