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Außenansicht

Kinder aus den Lagern holen

Die Kriege dieser Welt verursachen großes Leid, besonders bei Kindern. Das muss sich ändern, sagt Michael Eibl
von Michael Eibl

Die Kriege dieser Welt verursachen großes Leid, besonders bei Kindern. An vielen Orten zeigt sich dies. Aktuell macht uns die Situation von Kindern in Flüchtlingslagern auf griechischen Inseln betroffen. Die Zustände sind entsetzlich und menschenverachtend.

Dies gilt für alle Flüchtlinge dort, aber besonders für minderjährige Kinder ohne Begleitung ihrer Eltern. Zurecht wird hier ein gemeinsames Handeln der Europäischen Union gefordert. Fassungslos muss man allerdings feststellen, dass den Forderungen nach einer Sofort- und Nothilfe keine Taten folgen.

Das Übereinkommen über die Rechte des Kindes ist das wichtigste internationale Menschenrechtsinstrumentarium für Kinder. Es wird hier von allen europäischen Staaten missachtet. Artikel 22 der UN-Kinderrechtskonvention verlangt für sie „angemessenen Schutz und humanitäre Hilfe“. Flüchtlingskinder sind besonders schutzbedürftig.

Solange die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union nicht in der Lage sind, ein gemeinsames Verfahren zu finden, sind angesichts der dramatischen Situation auf den griechischen Inseln Notfallmaßnahmen unabdingbar. Die Befürchtung einer „Sogwirkung“ ist bei Notfällen völlig unangemessen.

Die Einrichtungen der katholischen Erziehungshilfe in Bayern haben seit 2015 in Spitzenzeiten bis zu 3000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen und mit großem Engagement betreut. Sie werden weiterhin helfen! Wir brauchen eine echte solidarische Aktion in ganz Deutschland. Entsprechende Notfallmaßnahmen sind dann in den Bundesländern in einem deutlich geringeren Umfang gefordert.

Deshalb muss der Bundesinnenminister die bereits angebotene Aufnahmebereitschaft mehrerer Bundesländer anerkennen und die begrenzte Aufnahme von Flüchtlingskindern ermöglichen. Die Bayerische Staatsregierung muss sich diesen Ländern anschließen, um im Rahmen von Notfallmaßnahmen Kontingente unbegleiteter Minderjähriger aufzunehmen.

Die Regensburger Rettungsorganisation Sea eye handelt in vorbildlicher Weise und zeigt Mitgefühl; die Spendenbereitschaft der Bürger ist groß, Hilfstransporte sind unterwegs. Wann handelt die Politik?

Hier geht es zu unserem Special „Außenansicht“

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