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Umwelt

Klimaschutz braucht Sicherheit

Der Fahrplan für die Klimaziele muss wirtschaftlich, nachhaltig und sozial verträglich sein.
von Michael Ebling

Michael Ebling, Präsident des Verbands kommunaler Unternehmen e. V.
Michael Ebling, Präsident des Verbands kommunaler Unternehmen e. V.

Regensburg.Den Klimawandel aufzuhalten, ist eine der wesentlichen Herausforderungen unserer Zeit. Um das Klima und unsere Erde zu schützen, hat sich Deutschland deshalb ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt: Bis 2020 wollen wir die CO2-Emissionen um mindestens 40 Prozent und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 reduzieren. Es fehlt jedoch ein Fahrplan. Er muss wirtschaftlich, nachhaltig und sozial verträglich sein.

Das 2-Grad-Ziel ist nur erreichbar, wenn alle Staaten schrittweise von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien umsteigen. Dieser Prozess bedeutet einen tiefgreifenden Wandel unseres Lebens. Wichtig ist, strukturelle und regionalwirtschaftliche Verwerfungen zu vermeiden. Es gilt, den Wandel sozialpolitisch zu begleiten. Nur so sichern wir uns die Akzeptanz der Menschen im Land. Dafür brauchen wir einen klaren Fahrplan. Wie dieser aussieht, können wir nicht erst in 20 Jahren diskutieren, sondern jetzt. Es liegt an der Bundesregierung, zeitnah mit allen betroffenen Akteuren ein Konzept für die Dekarbonisierung zu erarbeiten. Die Energiewirtschaft ist sich als einer der größten Emissionsverursacher ihrer Verantwortung bewusst. Allerdings können wir dem Klimawandel nur entgegentreten, wenn sich alle Sektoren beteiligen.

Für die Energiewirtschaft bedeutet das, etwa auch die Wärmeversorgung miteinzubeziehen. Rund die Hälfte der energiebedingten Treibhausgasemissionen stammt aus der Wärmeversorgung. Mit dem Ausbau der klimaschonenden Kraft-Wärme-Kopplungstechnologie und der Fernwärme kann mit vergleichsweise wenig Aufwand viel für den Klimaschutz erreicht werden. Kraft-Wärme-Kopplung lässt sich perspektivisch auch CO2-neutral betreiben, etwa wenn man Biogas zu Strom und Wärme veredelt. Die kommunale Infrastruktur wird für die Wärmewende entscheidend sein. Um aber die Wärme- und Stromversorgung nachhaltig umzustrukturieren, braucht es sichere Rahmenbedingungen. Investitionen im Energiebereich sind langfristig angelegt. Abschreibungen erfolgen meist über mehrere Jahrzehnte. Stadtwerke müssen sich darauf verlassen können, dass Investitionen nicht plötzlich wertlos werden.

Neben der Investitionssicherheit braucht der Klimaschutz Akzeptanz. Akzeptanz ist die oft verkannte Grundlage für ein zukunftssicheres Investieren und Gestalten. Das dürfen alle Verantwortlichen nicht aus dem Blick verlieren. Nur durch eine sozial ausgewogene Lastenverteilung lässt sich der Umbau unseres Energiesystems verlässlich steuern. Die Kommunen und ihre Unternehmen investieren jährlich knapp fünf Milliarden Euro in umweltfreundliche Technologien. Mit einem klaren Fahrplan könnten sie diese Investitionen noch deutlich steigern. Die kommunalen Unternehmen stehen bereit.

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