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Krebsvorsorge und Corona

Im März wird auf die Prävention von Darmkrebs aufmerksam gemacht. Doch dieser März wurde von einem anderen Thema beherrscht.
Dr. Christa Maar, Gesundheits-Expertin

Nun liegt er hinter uns, der Darmkrebsmonat März, der jedes Jahr auf die Bedeutung der Prävention von Darmkrebs aufmerksam macht. Nicht vorhersehbar war, dass dieser März von einem ganz anderen Gesundheitsthema beherrscht werden würde: dem Corona Virus. Verständlich, dass viele anderes im Kopf haben, als an die anstehende Darmkrebsvorsorge zu denken. Angesichts der vielfältigen Einschränkungen, die gegenwärtig unser aller Leben bestimmen, muss man auch sagen: die Darmkrebsvorsorge ist nicht an feste Termine gebunden. Sie richtet sich an gesunde Menschen über 50. Hauptziel der Untersuchung ist, gutartige Vorstufen von Darmkrebs (Polypen) zu erkennen und zu entfernen und damit zu verhindern, dass diese irgendwann zu Krebs werden. Die Vorsorge lässt sich also durchaus aufschieben, wenn wie zurzeit andere Gesundheitsthemen im Vordergrund stehen. Voraussetzung für einen Aufschub ist allerdings, dass keine akuten Bauchbeschwerden vorliegen. Auch wer Blut im Stuhl bemerkt, sollte rasch einen Termin beim Magen-Darm-Arzt machen, um die Ursache abklären zu lassen.

Dank der Darmkrebsvorsorge besteht die große Chance, schneller zu sein als der Krebs. Die Möglichkeit, gutartige Vorstufen entfernen oder einen vorhandenen Krebs im heilbaren Frühstadium erkennen zu können, sollte sich niemand im Alter über 50 Jahre entgehen lassen. Frauen haben ab 55 Jahren einen gesetzlichen Anspruch auf die Vorsorgedarmspiegelung, Männer ab dem Alter von 50, da sie im Schnitt fünf Jahre früher erkranken als Frauen.

Unter dem Motto Präventiophobie haben wir im Darmkrebsmonat März augenzwinkernd darauf hingewiesen, dass bei manchen Menschen die Angst vor der Darmkrebsvorsorge größer zu sein scheint als die Angst vor dem Krebs. Eigentlich unverständlich angesichts der Tatsache, dass jährlich rund 24.000 Menschen an Darmkrebs sterben, obwohl ein Großteil der Erkrankungen verhindert werden könnte. In der Corona-Krise halten sich die Menschen in Deutschland an die empfohlenen Maßnahmen, weil sie verstanden haben, dass sie sich dadurch vor Krankheit schützen. Es wäre zu wünschen, dass ein wenig von diesem Präventions-Verständnis erhalten bleibt, um mehr Menschen für die Bedeutung von Darmkrebsvorsorge für den Erhalt ihrer Gesundheit zu sensibilisieren.

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