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Landtag: Mehr Hilfe für Autisten

Der Bayerische Landtag beleuchtet die Versorgung von Menschen mit Autismus. Das Ziel: Lücken im Hilfesystem schließen.
Von Frank Baumgartner, Sozialpädagoge

Frank Baumgartner ist Geschäftsführer der Netzwerk Autismus Niederbayern/Oberpfalz GmbH und Gesamtleiter des Kinderzentrums St. Vincent der KJF.
Frank Baumgartner ist Geschäftsführer der Netzwerk Autismus Niederbayern/Oberpfalz GmbH und Gesamtleiter des Kinderzentrums St. Vincent der KJF.

Im Auftrag des Bayerischen Landtages und unter Federführung des Sozialministeriums wird die Versorgungssituation von Menschen mit Autismus beleuchtet, um Empfehlungen zu geben, wie Lücken im Hilfesystem zunehmend geschlossen werden können. An der Erarbeitung werden Betroffene und Angehörige aktiv beteiligt, um Teilhabemöglichkeiten über alle Lebensphasen hinweg zu verbessern. Die Menschen, für welche die Leistungen gedacht sind, sind an deren inhaltlicher Gestaltung maßgeblich beteiligt. Sie wollen nicht von anderen „versorgt“ werden, sondern möchten aktiv teilhaben. Diese Überzeugung steht hinter der Entwicklung der Bayerischen Autismus-Strategie.

Im Rahmen der Strategieentwicklung bringen die vor zehn Jahren gegründeten sieben Beratungs- und Koordinierungsstelle ihr breites Fach- und Erfahrungswissen ein. Sie beraten Betroffene, deren Angehörige und alle anderen Ratsuchenden. Die Beratungsstellen in Regensburg und Passau gründeten elf freie Träger und der Verband Autismus Regensburg als Teil der Netzwerk Autismus Niederbayern/Oberpfalz GmbH. Schon damals gehörte neben der Beratung, Begleitung, Fortbildung und Öffentlichkeitsarbeit die Weiterentwicklung des vorhandenen Hilfesystems zu den zentralen Aufgaben. Die Beratungsstellen arbeiten mit hoher fachlicher Anerkennung. Der Freistaat, die Bezirke und die Träger stellen die Finanzierung sicher. Die Nachfrage ist immens und nimmt kontinuierlich zu. Das Angebot der Beratungsstellen entwickelt sich von Jahr zu Jahr dynamisch weiter.

Etwa ein Prozent der Weltbevölkerung ist von einer Diagnose aus dem Autismus-Spektrum (ASS) betroffen – in Bayern 130 000, in der Oberpfalz etwa 11 000 Menschen. Autismus-Spektrum-Störungen sind vielfältig. Es gibt Menschen mit massiver sozialer und intellektueller Beeinträchtigung und Menschen, die augenscheinlich ein eigenständiges Leben führen. Augenscheinlich deshalb, weil Betroffene im Alltag vor Herausforderungen stehen, die sie mit großer Kraft bewältigen. Typisch sind Auffälligkeiten in der Kommunikation, Probleme in der sozialen Interaktion oder bei der Verarbeitung von Wahrnehmungen. Licht oder Geräusche können für einen Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung zur Belastungsprobe werden.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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