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Mehr Chancen für Chauffeure schaffen

Die Busbranche hat zu wenig Fahrer – und das Problem wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen.
Von Hermann Meyering, Vorsitzender der Gütegemeinschaft Buskomfort

Foto: Stefan Zibulla/Stefan Zibulla

Regensburg.Die Busbranche hat zu wenig Fahrer. Ein Grund dafür sind überzogene Anforderungen an die Deutschkenntnisse ausländischer Bewerber.

Für die Bustouristik ist die demographische Entwicklung in Deutschland sowohl Segen als auch Fluch. Denn einerseits sind Senioren die wichtigste Zielgruppe für die Branche. Gleichzeitig fehlen ihr die Chauffeure, die aus Altersgründen aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Umfragen belegen, dass bereits jetzt fast 80 Prozent der Busunternehmer unter Fahrermangel leiden. Weshalb sie ihre Reiseprogramme kürzen müssen. Das Problem wird sich weiter verschärfen, wenn in den nächsten 10 bis 15 Jahren viele Chauffeure in den Ruhestand gehen. Dann könnten bis zu 31.000 Busfahrer fehlen. Damit wird umweltfreundliche Mobilität ausgebremst.

In Zeiten, in denen alle Branchen über Personalnot klagen, kann dieses Problem nicht allein mit Lohnerhöhungen gelöst werden. Und schon gar nicht mit künstlicher Intelligenz. Der autonome Bus ist aus ethischen und technischen Gründen wohl noch lange nicht betriebsbereit. Die Busbranche muss ihre Arbeitskräfte deshalb immer häufiger im Ausland suchen. Der Busführerschein kostet in Deutschland rund 10.000 Euro und ist damit etwa dreimal so teuer wie in Österreich. Dafür sind die Chauffeure hierzulande hochqualifiziert und auch auf die Bewältigung gefährlicher Situationen im Straßenverkehr bestens vorbereitet. Weshalb der Bus zu den sichersten Verkehrsmitteln gehört. Aber nicht alle Barrieren, die angehende Bus-Chauffeure überwinden müssen, machen Sinn. Natürlich müssen sie die deutsche Sprache beherrschen. Aber dass sie ihre schriftliche Grundqualifikations-Prüfung bei der IHK auf Deutsch ablegen müssen, ist für viele Bewerber ein großes und unnötiges Hindernis. Zumal Chauffeure aus EU-Staaten, die alle notwendigen Prüfungen zum Erwerb des Busführerscheins in ihrer Heimatsprache absolviert haben, ohne Prüfung von Sprachkenntnissen in Deutschland einen Bus fahren dürfen.

Mehr Chancen für Chauffeure aus Nicht-EU-Ländern durch den Abbau überzogener Prüfungsvorschriften würden nicht nur der Bustouristik helfen und den Klimaschutz voranbringen. Damit könnten auch viele Geflüchtete schneller in die Arbeitswelt integriert werden.

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