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Politik
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Bamf

Merkel wusste seit 2015 von Reformen

Die Vorgänge in der Bremer Außenstelle des Bamf seien der Kanzlerin erst 2018 zugetragen worden, sagt ihr Sprecher.

Bundeskanzlerin Angela Merkel während des Festaktes zum 60-jährigen Bestehen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge 2013 Foto: David Ebener/dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel während des Festaktes zum 60-jährigen Bestehen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge 2013 Foto: David Ebener/dpa

Berlin.Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war seit dem Anstoß zu Reformen beim Flüchtlingsbundesamt (Bamf) im Jahr 2015 über die Grundzüge des Umbaus informiert. Der damals ins Amt geholte Behördenchef Frank-Jürgen Weise habe immer wieder über diese Verbesserungen unterrichtet, machte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin deutlich. Mit strukturellen Problemen und Mängeln im Bamf habe sich Merkel somit nicht erst 2017 befasst, „sondern natürlich weit früher“. Die „Bild am Sonntag“ hatte berichtet, Weise habe 2017 zweimal mit Merkel über Missstände beim Bamf gesprochen.

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2015: Neuaufstellung eingeleitet

Seibert betonte, die jüngst bekannt gewordenen Vorgänge in der Bremer Außenstelle des Bamf seien nicht Gegenstand von Gesprächen oder Informationen Merkels gewesen. Dieses Thema sei erst jetzt 2018 aufgetaucht und werde vom Bundesinnenministerium aufgeklärt.

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Der Regierungssprecher erläuterte, dass angesichts des starken Anstiegs der Flüchtlingszahlen im Sommer 2015 eine grundlegende Neuaufstellung des Bamf in die Wege geleitet worden sei. Hierüber habe Weise auch mehrfach die Ministerpräsidenten-Konferenz, den Bundestag und das Bundeskabinett unterrichtet. Auch Merkel sei „über die Grundzüge dieses Reformprozesses“ informiert gewesen. Kritik an der Arbeit des Bamf richte sich nicht an die Mitarbeiter, betonte Seibert.

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