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Missbrauchsvorwürfe auch gegen Klosterschule Metten

Auch in der Klosterschule Metten soll es zu sexuellen Übergriffen gekommen sein.

Bayerns Bischöfe stehen in der Affäre um den Missbrauch von Schutzbefohlenen weiter unter Druck. Die Fälle sind daher ab Mittwoch auch zentrales Thema der Frühjahrsvollversammlung der Freisinger Bischofskonferenz. Auch wenn eigentlich ursprünglich andere Fragen die Tagesordnung im Wallfahrtsort Vierzehnheiligen bestimmen sollten: Um das Thema werden die Bischöfe nicht herumkommen.

Auch am Dienstag wurden wieder in mehreren katholischen Einrichtungen in Bayern Missbrauchsfälle bekannt. Ein Spiegelauer Bauunternehmer etwa berichtete in der „Passauer Neuen Presse“, dass er 1970 als Schüler im Knabeninstitut Fürstenstein „purem Sadismus“ ausgesetzt gewesen sei. Als der heute 50-Jährige in den 70er-Jahren das Michaels-Gymnasium der Benediktiner in Metten (Kreis Deggendorf) besuchte habe, musste er beobachten, wie ein Pater seinen pädophilen Neigungen öffentlich nachgegeben hat.

Zu diesen Vorwürfen nahm Abt Wolfgang Hagl Stellung: „Mir war zwar durchaus bewusst, dass in früheren Jahrzehnten auch harte Strafen in unserer Erziehung zum Einsatz kamen. Ich wusste aber nichts über dieses Ausmaß. Genauso wenig wusste ich, dass Handlungen sexuellen Missbrauchs vorkamen.“ Er sei entschlossen, alles in Bewegung zu setzen, um für Aufklärung, Transparenz und Hilfe zu sorgen, versicherte Hagl.

Das weitere Vorgehen werde sich von drei Zielen leiten lassen, heißt es in einer Pressemitteilung des Bistums Regensburg. Diese Ziele lauten: Diesem und möglichen weiteren Opfern zur Seite stehen und helfen, erlittenes Leid aufzuarbeiten, Schuld zu sehen und anzunehmen sowie das Menschenmögliche tun, um Wiederholungen zu vermeiden.

In Regensburg soll in wenigen Wochen die erste bayerische Ambulanz zur Behandlung Pädophiler starten. Das Ambulanz-Projekt richte sich nicht an Täter, die zu einer Therapie verurteilt worden sind, sagte der Leiter der Regensburger Forensik, Michael Osterheider. Geplant sei ein Präventionsprojekt, das Kinder vor Übergriffen schützen soll. Die Regensburger Universität hatte händeringend nach einer Finanzierung für das Projekt gesucht, war aber in mehreren Landesministerien abgeblitzt. 200.000 Euro gab schließlich der Landtag, nachdem sich Freie Wähler und SPD dafür stark machten.

Unterdessen sprang CSU-Europapolitiker Manfred Weber der katholischen Kirche zur Seite. Er habe den Eindruck, dass die Kirche bereit sei, aus Fehlern zu lernen. „Bekannte Altfälle werden teilweise heute noch einmal neu skandalisiert“, kritisierte Weber.

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