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Lebensmittel

Muslime vertrauen auf „Halal“-Fleisch

Gläubige Muslime verzehren nur Produkte, die nach den Regeln des Islam hergestellt wurden. Deshalb kaufen die meisten beim zertifizierten Metzger.

Tütensuppen, die nach islamischen Speisevorschriften „halal“ (türkisch „helal“) sind, also rein und erlaubt, sind mit einem Aufkleber mit türkischer Fahne gekennzeichnet. Foto: dpa-Archiv

München/Regensburg. Der Nayir Supermarkt im Regensburger Osten oder der Al-Madina-Markt in der Furtmayrstraße: Hier finden Muslime Lebensmittel, die bei den großen Supermarktketten in der Regel kaum angeboten werden: Produkte, die garantiert halal, also vom Islam erlaubt sind. „Die allermeisten gläubigen Muslime kaufen nur Fleisch von halal-zertifizierten Metzgern“, sagt Hajer Dari vom Islamischen Zentrum in München. Nur eine Minderheit kaufe Fleisch auch bei den großen Supermarktketten.

Halal auf Arabisch und helal auf Türkisch bedeutet „das Zulässige, das Erlaubte“, der Begriff bezieht sich auf die gesamte Lebensweise der Muslime. Die richtige Ernährung spielt dabei jedoch eine Hauptrolle. Der Koran verbietet den Verzehr von Schweinefleisch. Deshalb ist die Nachricht, dass an Imbissständen Schweinefleisch in die Döner gemischt wird, für die gläubigen Muslime erschreckend. Der Geschäftsführer des ifp Instituts für Produktqualität in Berlin, Wolfgang Weber, bestätigte am Montag, dass sein Institut bei Döner-Untersuchungen im Auftrag des Fernsehsenders RTL in Leipzig und Berlin in einer Probe einen Anteil von einem Prozent Pferdefleisch entdeckt hat – und in drei Proben sieben Prozent Schweinefleisch. Vor allem die Herkunft des Schweinefleischs müsse untersucht werden, und wie es in Döner gelangen konnte, sagte Weber. Da der muslimische Glauben den Verzehr von Schweinefleisch verbietet, enthält Döner in der Regel Rind-, Lamm- oder auch Puten- und Hühnerfleisch.

Eine Bestrafung müssen aber auch gläubige Muslime nicht automatisch fürchten, wenn sie versehentlich Schweinefleisch gegessen haben. „Es kommt auf die Absicht an“, erklärt Dari vom Islamischen Zentrum. „Wer nicht wusste, dass er Schweinefleisch isst, kann dafür auch nicht bestraft werden.“

Internationale Nahrungsmittelkonzerne wie Nestlé oder Unilever bieten seit Jahren eine Vielzahl von Produkten an, die im Sinne des Koran als unbedenklich gelten. In Deutschland halten sich Firmen, die halal produzieren, eher bedeckt. Denn die Halal-Schlachtung wird von Tierschützern kritisiert. Damit das Tier richtig ausblutet, müssen mit einem Schnitt die Halsschlagadern, Luft- und Speiseröhre durchtrennt werden. In Deutschland muss das Tier dazu vorher – gemäß dem Tierschutzgesetz – betäubt werden. Ob die Tiere vor der Schlachtung betäubt werden dürfen oder nicht, wird in der muslimischen Gemeinde kontrovers diskutiert. Im Islamischen Zentrum München ist man der Ansicht, dass eine Betäubung, so lange sie nicht zur Tötung der Tiere führt, erlaubt ist. (ct)

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