mz_logo

Politik
Donnerstag, 21. Juni 2018 30° 2

International

Netanjahu wirbt für seine Iranpolitik

Israels Ministerpräsident kommt nach Deutschland – und will vor allem über den Erzfeind Iran sprechen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will bei Bundeskanzlerin Angela Merkel für ein härteres Vorgehen gegen den Iran werben. Foto: Rainer Jensen/Archiv
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will bei Bundeskanzlerin Angela Merkel für ein härteres Vorgehen gegen den Iran werben. Foto: Rainer Jensen/Archiv

Berlin.Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu trifft am Montag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin zusammen.

Der Besuch ist der Auftakt einer Europareise, die ihn weiter nach Paris und London führen wird. Bei den Gesprächen will Netanjahu vor allem für ein härteres Vorgehen gegen den Iran werben.

Netanjahu verlangt einen Stopp der Atombestrebungen Teherans. Außerdem will er den Einfluss des Irans im Nahen Osten – insbesondere in Syrien – zurückdrängen. Er sieht offenbar bessere Chancen dafür, seitdem US-Präsident Donald Trump den Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran verkündet hat. Netanjahu ist einer der schärfsten Kritiker des Abkommens, während Deutschland daran festhalten will.

Der israelische Regierungschef hatte dem Iran vor kurzem zudem vorgeworfen, umfangreiche Forschungen zum Bau einer Atombombe für einen möglichen künftigen Gebrauch heimlich aufbewahrt zu haben. Entsprechende Dokumente, die Israel dazu vorlegte, wollte Deutschland prüfen. Israel sieht sich vom Iran existenziell bedroht.

Deutsch-israelische Beziehungen gelten als angespannt

Ein Hinweiszettel auf dem Sicherheitsbereich anlässlich des Besuchs des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Bundeskanzleramt. Foto: Paul Zinken/dpa
Ein Hinweiszettel auf dem Sicherheitsbereich anlässlich des Besuchs des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Bundeskanzleramt. Foto: Paul Zinken/dpa

Seit Anfang vergangenen Jahres gelten die deutsch-israelischen Beziehungen als angespannt. Merkel hatte damals offensichtlich aus Verärgerung über die israelische Siedlungspolitik in den Palästinensergebieten die Regierungskonsultationen mit Israel auf unbestimmte Zeit verschoben. Diese sollen jetzt im Herbst in Jerusalem geführt werden.

Im vergangenen Jahr kam es zudem zu einem Eklat beim Antrittsbesuch des damaligen Außenministers Sigmar Gabriel (SPD) in Israel. Netanjahu ließ ein Treffen mit Gabriel platzen, weil dieser sich mit regierungskritischen Organisationen verabredet hatte. Dieser Konflikt wurde aber im Januar bei einem weiteren Besuch Gabriels ausgeräumt.

Am Abend will Netanjahu nach Paris weiterreisen, um mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu sprechen. Danach ist auch ein Treffen mit der britischen Premierministerin Theresa May in London geplant.

Mehr Politiknachrichten lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht