MyMz

Osterheider: Zölibat zieht indirekt Pädophile an

Michael Osterheider, Professor für Forensische Psychiatrie an der Universität Regensburg Foto: altrofoto.de

Der Zölibat lockt nach Ansicht des Psychiatrie-Professors Michael Osterheider „indirekt“ Männer mit sexuellen Neigungen zu Kindern an. Der Professor für Forensische Psychiatrie an der Universität Regensburg wies damit am Dienstag im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk die Einschätzung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, zurück, es gebe keinen Zusammenhang zwischen dem Zölibat und den Missbrauchsfällen in kirchlichen Einrichtungen.

Die Studien, auf die sich Zollitsch stützt, nannte Osterheider „nicht exakt“. Gerade bei Tätern aus kirchlichen Institutionen sei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Nach seinen Forschungen fühlten sich „Leute, die andere sexuelle Interessen haben, von einer Institution angezogen, in der nicht verlangt wird, dass man in einer Partnerschaft lebt“, sagte der Experte mit Blick auf die Häufung von Missbrauchsfällen in katholischen Einrichtungen. Die Kirche biete zudem ein soziales Umfeld, in dem Täter „verfügbare Opfer finden“.

Osterheider soll die geplante Therapie- und Beratungsstelle für pädophile Männer leiten, über die am Dienstag im bayerischen Kabinett beraten wurde. Darüber hinaus wird der Experte am runden Tisch von Familienministerin Kristina Schröder (CDU) in Berlin teilnehmen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht