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Kirche

Ostern unter Sicherheitsvorkehrungen

Franziskus spendet heute auf dem Petersplatz in Rom den Segen „Urbi et Orbi“. Die Ostermesse überschattet Angst vor Terror.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche: Papst Franziskus. Foto: Alessandra Tarantino, AP/Archiv
Das Oberhaupt der katholischen Kirche: Papst Franziskus. Foto: Alessandra Tarantino, AP/Archiv

Rom.An Ostern erinnert der Papst an die Auferstehung Jesu Christi. Es ist das zentrale Fest für Christen in aller Welt. Der Segen „Urbi et Orbi“ gehört zu den bekanntesten Riten der römisch-katholischen Kirche. Die lateinische Formel bedeutet „Der Stadt und dem Erdkreis“ und wird nur Weihnachten, Ostern und nach einer Papstwahl gespendet. Für das Osterfest wird der Petersplatz mit rund 50 000 Blumen geschmückt.

Auch im Heiligen Land feiern Christen aus aller Welt Ostern. In der Grabeskirche in Jerusalem werden im Gedenken an die Auferstehung Jesu mehrere Messen zelebriert. Das Auswärtige Amt hatte diese Woche in einer Sicherheitsinformation zu erhöhter Vorsicht in der Altstadt von Jerusalem geraten. 

Viel Polizei, viele Taschenkontrollen in Rom

Die Osterfeierlichkeiten in Rom finden in diesem Jahr unter besonders hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Das Innenministerium rief Alarmstufe 2, allgemeine Gefährdung, aus. Stufe 3 träte bei einem tatsächlichen Attentat ein, berichtete domradio.de des Erzbistums Köln. 2000 bis 3000 Sicherheitskräfte seien in und um Rom im Einsatz, meldete „Corriere della Sera“. Anfang der Woche war in Turin der italienische Chefpropagandist der IS-Terrorgruppe festgenommen worden, kurz darauf in der Nähe von Rom weitere Verdächtige. Nach einem kurzfristig einberufenen Sicherheitsgipfel im Innenministerium hatten die Behörden vor Ostern die Maßnahmen noch einmal verstärkt.

Papst Franziskus bei der Kreuzwegsprozession am Kolosseum: Am Sonntag spendet er auf dem Petersplatz den Segen „Urbi et Orbi“. Foto: Alessandra Tarantino/AP/dpa
Papst Franziskus bei der Kreuzwegsprozession am Kolosseum: Am Sonntag spendet er auf dem Petersplatz den Segen „Urbi et Orbi“. Foto: Alessandra Tarantino/AP/dpa

Aus der Umgebung des Petersplatzes waren Autos und Verkaufswagen entfernt sowie zahlreiche Absperrgitter und Blockaden errichtet worden. Taschen- und Personenkontrollen mit Metalldetektoren fanden bereits bis zu 200 Meter vor dem Platz statt. Schon beim Kreuzweg am Freitagabend vor dem Kolosseum mussten Teilnehmer sämtliche Taschen und Handys mehrfach kontrollieren lassen. Auch in anderen Stadtteilen wurden Straßen gesperrt, überwachen Militär- und Polizeikräfte Verkehr und Passanten.

MZ

Was ist am Ostersonntag passiert? Wir fragen Menschen in Regensburg.

In München hat Erzbischof Kardinal Reinhard Marx die Menschen dazu aufgerufen, sich für eine freie Gesellschaft zu engagieren. „Dazu braucht es viele Menschen, die ihre Freiheit verantwortlich und überzeugend leben. Ein solches Miteinander in einer Kultur der Freiheit ist kein Selbstläufer, es braucht täglichen Einsatz“, sagte er laut vorab veröffentlichtem Text in seiner Predigt am Ostersonntag im Münchner Liebfrauendom.

Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Foto: Andreas Gebert/dpa
Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Foto: Andreas Gebert/dpa

Der Glaube an Ostern sei ein „Durchbruch“, der „ins Freie führt, in die Freiheit der Kinder Gottes“, so der Münchner Kardinal und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Die Begegnung mit Christus bestärke Gläubige in der „Hoffnung darauf, dass ein Miteinander auch von Menschen unterschiedlicher Glaubensüberzeugungen und Kulturen gelingen kann, weil wir gemeinsam Menschen sind.“

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